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2007

Galerie Fochem | Kommunion

Galerie Fochem - Masayuki Muramatsu

Fochem.jpg Jungs - Kurs 2Kurs in der Galerie Fochen
in einer Rauminstallation von Masayuki Muramatsu Krefeld, September 2007

galerie-christian-fochem.de

choreographisch-räumliches Arbeiten

Choreographien entstehen durch das tagelange Beobachten. Choreographie ist das Betrachten der Menschen in der Umgebung, von der sie geprägt werden und die sie auch beeinflussen. Sie ist die längste Belichtungszeit.

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Dieser Ist-Zustand des Alltags, seine Bewegungsformen, werden im Tanz aufgenommen und künstlerisch verarbeitet. Daraus entstehen choreographisch neue Sequenzen. Der vorhandene Interpretationsraum entwirft gedehnte oder beschleunigte Bilder der Wirklichkeit.

Der Schwerpunkt der Choreographie ist der starke Raum-Mensch-Bezug. Wie spiegeln sich die ausgewählten Orte in einer Bewegung, oder einer Leibesform wieder?

Hieraus sollen sich polarisierende und assoziative Bewegungsformen entwickeln, die vorher nicht sichtbar schienen. Sie entspringen aus der inneren Auseinandersetzung des Tänzers. Es gilt Bewegungen von Menschen zu erfassen, sie zu zu ordnen und sie wieder im eigenen B’ewegungsablauf zu zeigen.

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Die Bilder der Dramaturgie greifen parallel oder Zeit versetzt ineinander. Daneben sollen aber auch einzelne Fokussierungen von Einzelbildern oder Bewegungen gewonnen werden können.

Die Tänzer werden in den choreographischen Prozess vor Ort einbezogen, mit ihrem Verständnis von Raum, Sprache, Klang und Zeit.

Chronos die vergehende Zeit, Kairos der glückliche Moment und Aion die Ewigkeit geben Motivation für den Tanz. Die Welt ist wie sie ist, sie ändert sich nicht, der menschliche Umgang scheint alles andere zu zeigen.

Die Umgebung führt genauso zum Tanz, wie der Körper es tut. Die Gegenstände des Alltags werden zweckentfremdet zum Vehikel von Bewegungen. Aufgeschichtete Bücher wiegen einen Körper, der Bordstein bildet die Stufe einer unsichtbaren Treppe.

Fotos: © Peter Neumann