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Schlesische Industrielandschaften: die polnischen "Reviere"

Fotografien von Christian Brünig

Historisch sind sie intensiv verflochten, landschaftlich ähnlich geprägt: die Montanregionen Schlesiens haben viel mit dem Ruhrgebiet zu tun. Hier wie dort hat die Industrie in gravierender Weise die einstige ländlich geprägte Region verändert und verändert. Sie hat bis heute sichtbare Industrie- und Städtelandschaften hinterlassen. Doch was bei uns fast schon vergangen ist, war dort vor kurzem noch zu sehen:

*   kegelförmige, lose geschüttete, z.T. brennende Halden sowie Absatzteiche,

*   eine Vielzahl von Industrieanlagen unterschiedlichen Typs und Alters,

*   – ein engmaschiges Verkehrsnetz, das die Regionen in "Restflächen" zerschneidet,

– große Variationsbreiten der Siedlungen, von verdichteter Blockbebauung bis zur Gartenstadt.

Hinzu kommen auch sozial und wirtschaftlich schwierige Lebensverhältnisse und gravierende ökologische Probleme.

Die Landschaften Oberschlesiens (rund um Kattowitz und Beuthen) und Niederschlesiens (Waldenburg südlich von Breslau) befinden sich mitten in einem Umwandlungsprozeß, den wir zum großen Teil hinter uns haben. Noch stehen viele Zeugen der Industriegeschichte. Der Veränderungsprozeß verläuft nunmehr allerdings radikaler und schneller als im Revier.

Die Ausstellung veranschaulicht die Situation der jüngsten Vergangenheit der Schlesischen Industrieregionen durch Schwarz – Weiß - Fotos von Christian Brünig. Die Fotos illustrieren

*   den landschaftlichen Wandel wie teilweise abgerissene Siedlungen,

*   den Umbau von Halden, ruinöse Industrieanlagen,

*   historische Gebäude und Maschinen, die hohen architektonischen und konstruktiven Ansprüchen genügen

*   die Vielfalt der Industrielandschaft,

*   das Tempo und die Nachhaltigkeit des laufenden Wandels,

*   den ästhetischen Reiz der Zerstörung und des Wiederaufbaus und

*   die Hoffnung der Menschen, die mit und in diesen Regionen leben und arbeiten.

Die Ausstellung erhebt nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Dokumentation oder gar eines vollständigen Katalogs von "Landschafts- und Baudenkmälern". Viele der in den Jahren 1992 bis 1994 fotografierten Anlagen sind inzwischen stillgelegt, umgenutzt oder abgerissen. Nicht zuletzt erlauben die Bilder auch einen Blick auf die eigene Region: wir können uns bewußt werden, was sich bereits alles verändert hat und was wir mit viel Geld und Arbeit erhalten und neu beleben wollen.

Die Ausstellung steht noch zur Verfügung und kann ausgeliehen  sowie mit der Ausstellung von Krysztof Pilecki und Michael Cala verbunden werden im Sinn einer Zeitreise werden

Kontakt: Christian Brünig

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© Christian Brünig                                                                                                                        Stand: 17.12.2003   Dank an