
Nikos Skalkottas wurde am 8. März 1904 in Halkida geboren. Seine ersten Musikkenntnisse bekam er von seinem Vater (Flötist, Autodidakt), dann hauptsächlich bei seinem Onkel (Flötist und Pianist, Autodidakt). Seine Schwester war ebenfalls Pianistin und Sängerin.
Später
besucht er das Athener Odeon, wo er durch außerordentlich schnelle
und glänzende Fortschritte Erstaunen hervorruft. 1920 erhält er die Goldene
Medaille als Violinist und ein Stipendium. 1921 fährt er nach Deutschland,
wo er bis 1933 bleibt.
Er
tritt in die Hochschule für Musik in Berlin ein, entschließt sich jedoch
bald, seine höheren Violin-studien bei Willy Hess trotz heftigster Proteste
zu Gunsten der Komposition aufzugeben - er war nämlich schon ein fast graduierter
und bemerkenswerter Violinist. Er studiert nacheinander bei Paul Kahn, Kurt
Weill, Philipp Jarnach und zuletzt, von 1927 bis 1933, bei Schönberg, dem
er seinem eigenen Ermessen nach das Meiste verdankt und den er hoch verehrte.
Schönberg seinerseits hielt sehr viel von ihm und hatte geäußert, dass er
ihn unter der jungen Generation als den begabtesten seiner Schule betrachtete.
In seinem letzten Buch Stil und Idee erwähnt er Skalkottas
- nachdem er seit fast 20 Jahren den Kontakt mit ihm verloren hatte - als
einen der wenigen von den Hunderten seiner Schüler, die Komponisten
in der wahrsten Bedeutung des Wortes geworden seien und das in völliger
Unkenntnis seines Hauptschaffens, nur seine frühen Werke beurteilend.
Skalkottas`
Leben in Deutschland war leicht und erfolgreich bis um 1930. Zunehmende
materielle Schwierigkeiten zwangen ihn später jedoch, nach Athen zurückzukehren,
wo er sich 1933 niederließ und bis zu seinem Tode verblieb. Sein schweres
Leben dort, sowie gänzlicher Mangel an Anerkennung übten einen schwerwiegenden
Einfluss auf seinen Charakter aus: der früher Lebendige, Mitteilsame und
Kampflustige schloss sich nun ganz in seiner eigenen, isolierten Welt ab
und als einziger Ausweg blieb ihm intensives Komponieren. Er pflegte nur
höchst selten - selbst Freunden gegenüber - von seiner schöpferischen Tätigkeit zu sprechen und tat auch nichts um eine Aufführung
oder Veröffentlichung seiner Werke durchzusetzen. So ist der bedeutendste
Teil seines Werkes seitdem praktisch unbekannt geblieben, bis zu seinem
Tode. Besonders seit den Jahren 1938 und 1939 komponierte er immer mehr
und arbeitete Tag und Nacht neben zahlreichen zeit- und gesundheitsraubenden
Beschäftigungen, die ihm die Unterlage zu einem äußerst bescheidenen Leben
gaben - ein Meisterwerk nach dem anderen vollendend.
In all diesen Jahren großer schöpferischer Tätigkeit verlief sein tägliches Leben gleichförmig, ohne große Veränderungen, immer von Not und Vergessenheit bedroht.
1946
heiratete er Maria Pangali, eine griechische Pianistin, mit der er zwei
Söhne bekam. Sein unerwarteter Tod am 19. September 1949 bereitete seiner
erstaunlichen schöpferischen Tätigkeit ein plötzliches Ende.