Februar 2009: Mit dem Video "WIR SIND WELT" hat die Projektgruppe "Exchange 2008" der Privaten Deutschen Schule Kairo und der Städtischen Realschule Meinerzhagen am Videowettbewerb „Schulen: Partner der Zukunft“ teilgenommen und den 1. Preis gewonnen!
FOTOSTRECKEN: 1LIVE Schulduell GRUNDSCHULTAG 2012 Lesen Sie hier den kompletten Artikel:
MZ vom 30/01/2010
Quelle: www.wa-online.de. vom 23.12.2009
Rubrik: Lokales
Realschüler erlaufen stolze 7612,69 Euro
MEINERZHAGEN
Stellvertretend für die Klasse 9b freute sich Klassensprecher Maximilian Grewe mit Schulleiter Peter Regali über das tolle Ergebnis des Sponsorenlaufes. An der Info-Wand im Eingangsbereich ist neben den Bildern und Zeitungsausschnitten über die Mädchenschule in Damonga nun auch der Dankesbrief ausgehängt. - Foto: Schlicht
MEINERZHAGEN - Ein großzügiges Geschenk konnte der Leiter der Realschule, Peter Regali, der befreundeten Mädchenschule in Ghana noch vor Weihnachten machen. Nun bekam der Schulleiter ein Schreiben von Father Nicholas Apetorgbor, in dem der Geistliche in überschwänglicher Weise voller Freude und Dankbarkeit äußerte.
"Ich war sprachlos, als ich den Betrag von 5000 Euro erhielt", schrieb Father Nicholas. Dieser Betrag wurde auf das Konto der katholische Diözese überwiesen und steht dort der St. Anns Girls Senior High School in Damonga zur Verfügung. Durch die direkte Überweisung auf das Konto der Diözese entstehen keinerlei Nebenkosten, sodass der Betrag voll und ganz der Schule zu Gute kommt, unterstrich Peter Regali. "Ich muss betonen, dass Ihre Großzügigkeit zur Verbesserung des Lebens unserer Leute in einem Maße beiträgt, das Sie sich nicht vorstellen können", schreibt Father Nicholas in seinem Brief weiter. Es führte aus, dass er diesen hohen Betrag für das Schulgeld für die Mädchen der Anns Girls Senior High School verwenden wird. Sein Dank richtet sich auch an alle Schüler, Lehrer und Eltern dafür, "dass sie ein Herz für die Bedürftigen der Welt haben".
Die Realschule Meinerzhagen hat den Kontakt nach Ghana schon vor Jahren geknüpft und bereits seit der Zeit wird die dortige Mädchenschule auch unterstützt. Im Januar waren drei ehemalige Schülerinnen der St. Anns Girls Senior High School in Damonga für drei Monate auf Einladung der Realschule in Meinerzhagen und Halver. Sie hatten ihre Schulzeit mit sehr guten Noten abgeschlossen. Zur Belohnung wurden sie dafür von Schulleiter Regali nach Deutschland eingeladen. Der Sponsorenlauf wurde bereits zum zweiten Mal veranstaltet. "Auch in diesem Jahr, im Oktober, haben wieder fast alle Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen", freut sich Regali. Insgesamt haben die Jungen und Mädchen dabei 7000 Kilometer zurückgelegt und damit die stolze Summe von 7612,69 Euro erlaufen. Dieser Betrag wurde dann aufgeteilt. 5000 Euro wurden nach Ghana überwiesen und 2500 Euro erhielt ein Kindergarten in Chile. "Den verbleibenden Betrag von 112,69 Euro bekommt die Schülerverwaltung für ihre tatkräftige Unterstützung des organisatorischen Ablaufs", sagte Regali.
Besonders sportlich erwies sich dabei die Klasse 9b. Jeder der 23 Schülerinnen und Schüler lief im Durchschnitt zwölf Kilometer. Sie allein haben 870 Euro eingesammelt. Dabei waren die Jugendlichen nicht nur im Stadtgebiet unterwegs. Unterstützt wurden sie auch von den Eltern und verschiedenen Firmen an ihren Wohnorten in der weiteren Umgebung von Meinerzhagen. "Die Mädchen und Jungen haben sich großartig ins Zeug gelegt", lobte Regali das Engagement seiner Schülerinnen und Schüler - bel
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"Küsschen-Verbot" in der Realschule Leere Klassenzimmer - zumindest in einem Fall an der Realschule Realität
10.11.2009 · MEINERZHAGEN - Auch an den weiterführenden Schulen in Meinerzhagen nimmt die Zahl der an Grippe oder grippalen Infekten Erkrankten weiter und teilweise drastisch zu.
Das trifft vor allen Dingen auf die Städtische Realschule zu. Nach dem vergangenen Wochenende musste Rektor Peter Regali feststellen, dass 25 Prozent seiner Schüler krank gemeldet sind. Auch er weiß aber nicht, ob sie tatsächlich an Schweingrippe leiden. "Zumindest in drei Fällen gehen wir aber davon aus, weil sie aus Familien oder einem Umfeld kommen, in dem die Neue Grippe bereits ausgebrochen ist." Eine Klasse der Realschule musste den Unterricht inzwischen ganz einstellen. "19 Schüler fehlen dort. Der noch gesunde Rest wurde auf andere Klassen verteilt", berichtet Regali, der sich nicht erinnern kann, in seiner beruflichen Laufbahn als Lehrer einmal Ähnliches erlebt zu haben.
Natürlich hat der Schulleiter Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Kreises in Altena aufgenommen. "Dort wurde mir aber gesagt, dass man immer noch keinen Grund sehe, die Schule oder einzelne Klassen vorübergehend ganz zu schließen", informierte Regali heute im Gespräch mit der MZ. In seiner Schule sind aber eine ganze Reihe von Maßnahmen angeordnet worden, um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Stoffhandtücher wurden gegen Papiertücher getauscht, die Abfalleimer dafür sind verschlossen. Flüssigseife und Desinfektionsmittel für die Hände stehen bereit, Geländer und Türklinken werden regelmäßig desinfiziert. Und Anweisungen wie "keine Begrüßung durch Küsschen auf die Wange" wurden ebenfalls an die Schüler weitergegeben. Auch die Lehrer müssen natürlich vorsichtig sein. "Doch einer Risikogruppe - wie Polizisten oder Feuerwehrleute - gehören wir offiziell nicht an", wundert sich Regali.
Am Evangelischen Gymnasium sind nach wie vor drei Fälle von Schweinegrippe "amtlich" (MZ vom Samstag). Bis heute gab es in der Schule zwar offiziell keine neuen A/H1N1-Infizierten, doch die Zahl der Schüler mit Grippesymptomen hat dort ebenfalls zugenommen. Weil nicht jeder Fall auf Schweinegrippe untersucht wird, ist allerdings schwer zu sagen, wie und ob sich das Virus am Gymnasium ausgebreitet hat. Nach wie vor glaubt Rektor Heinz-Hermann Haar aber daran, dass übertriebene Besorgnis Fehl am Platze ist. Haar: "Ich habe lange mit meinem Hausarzt über das Thema gesprochen. Der hat mir berichtet, dass Erfahrungen in seiner Praxis zeigen, dass die Schweinegrippe meist einen milderen Verlauf nimmt als die normale Grippe." Dennoch rät Haar seinen Schülern dazu, bei Anzeichen auf eine Grippe eher zuhause zu bleiben.
Walter Siegeler ist stellvertretender Schulleiter an der Hauptschule. "Auch wir haben einen deutlich erhöhten Krankenstand in der Schülerschaft", teilte er heute auf MZ-Anfrage mit. Genau wie am Gymnasium ist aber auch hier nicht bekannt, ob tatsächlich neue Fälle von Schweingrippe zu verzeichnen sind. Amtlich ist in der Einrichtung an der Genkeler Straße bislang ein Fall.
Wie die Pressestelle des Kreises heute mitteilte, sind beziehungsweise waren seit Mitte Juni im Märkischen Kreis insgesamt 151 Menschen mit dem Influenzavirus A/H1N1 infiziert.
Realschule ist aktiv in der Suchtpräventionsarbeit
MEINERZHAGEN
Die Lehrerinnen Elisabeth Pox, Karin Makéreel und Bärbel Wever wurden speziell zu Beratungslehrerinnen für Suchtprobleme ausgebildet. - Foto: Strotmann
MEINERZHAGEN - Schon seit 18 Jahren wird an der städtischen Realschule Meinerzhagen aktiv gegen das Problem Sucht vorgegangen. "Die Suchtpräventionsarbeit ist bei uns ein Schwerpunkt, der fest in unser Schulprogramm verankert und somit obligatorisch für alle Schüler ist", erläutert Direktor Peter Regali. Die Lehrerinnen Elisabeth Pox, Karin Makéreel und Bärbel Wever wurden speziell zu Beratungslehrerinnen für Suchtprobleme ausgebildet und sind somit Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen während ihrer gesamten Schulzeit. "Wir sind zwar keine Psychologen oder Therapeuten, aber wir können suchtgefährdete Schüler an die richtigen Menschen vermitteln, die ihnen helfen können", stellt Elisabeth Pox klar. Jede von ihnen besucht regelmäßig Lehrgänge, um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Das Gesamtkonzept ist sehr groß und verfolgt eine klare Linie von Jahrgang fünf bis hin zur Abschlussklasse. "Suchtprobleme können in jeder Familie vorkommen und gehen jeden etwas an", erklärt Bärbel Wever.
In den Stufen fünf bis sechs ist Gewaltvorbeugung eines der zentralen Themen. Unterstützend nehmen die Schüler an einem Seminar vom Lüdenscheider Jugendamt "Gemeinsam sind wir stark", in Nachrodt-Wiblingwerde teil. Außerdem sollen sogenannte "Streitschlichter" aus den Jahrgängen neun und zehn den Jüngsten helfen, Konflikte - zum Beispiel auf dem Schulhof - zu lösen und lernen somit auch noch Verantwortung zu übernehmen.
Schwerpunkt bei den Sieben- und Achtklässlern ist ein dreitägiges Seminar in Holzwipper. Mitarbeiter von der anonymen Drogenberatung oder dem Awo-Zentrum und teilweise sogar Patienten aus der Fachklinik für alkoholabhängige Männer in Spielwigge kommen von außerhalb und berichten über die eigene Erfahrungswelt.
"Ein weiteres großes Problem ist natürlich das Rauchen. Auch dagegen versuchen wir vorzugehen: Die Teilnahme an dem Wettbewerb "Be smart don't start" soll unseren Schülern den Anreiz geben, erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen. Er richtet sich daher besonders an die Klassen sieben und acht", so Karin Makéreel.
In den letzten beiden Schuljahren verlagert sich der Schwerpunkt auf die Berufswahlorientierung. Damit sollen den Jugendlichen eventuelle Zukunftsängste genommen werden, die gegebenenfalls auch zu einer Sucht führen könnten.
In allen Jahrgängen wird auf Angebote zur Suchtprävention (Filme, Theaterstücke, Lesungen oder Ausstellungen) zurückgegriffen. Das war beispielsweise vor zwei Wochen bei der Aktionswoche "Sucht hat immer eine Geschichte", an der sich auch die Realschule beteiligt hatte, der Fall. Unter anderem kooperiert die Realschule permanent mit außerschulischen Einrichtungen, wie dem Jugendamt, der Awo-Beratungsstelle oder der Drogenberatungsstelle in Lüdenscheid.
Zukünftig soll auch ein besonderes Augenmerk auf das verbreitete Problem Essstörungen, wie Magersucht oder Bulimie geworfen werden.
Peter Regali weiß: "Sucht macht vor keiner Nationalität, Gesellschaftsschicht oder Konfession halt. In jedem Menschen steckt von Geburt an ein gewisses Abhängigkeitspotential. Wir als Schule haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Schüler so zu unterstützen, dass es nicht ausbricht. Daher halte ich es für notwendig, dass die Suchtprophylaxe hier bei uns verpflichtend ist." - ni
01.09.2009 · MEINERZHAGEN - "Wenn die Gitarre lauter ist als der Gesang, hören die Leute nicht zu. Die Instrumente müssen dem Gesang angepasst werden", erklärte der Workshopleiter Walter G. Hauschild.
Wie das? Am Mischpult. Schüler der Städtischen Realschule konnten im "HandsOn"-Tontechnik- Workshop erste Erfahrungen an diesem schwarzen Kasten, der voll von Knöpfen und Reglern ist, sammeln. Sie mussten genau hinhören, wie laut die Signale ihrer Musikstücke in ihren Kopfhörern ankamen und den Klang dann eventuell regeln. Die jüngsten Workshop-Teilnehmer kamen aus der Klasse 6 d. "Musik macht uns einfach Spaß", war für sie die Motivation, an dem Kursus teilzunehmen.
Musiklehrer Stefan Wennemann war froh, den Schülern ein solches Angebot machen zu können; denn der Dozent ist viel unterwegs und in dieser Woche innerhalb seiner Workshop-Tour in Dortmund. Hauschild ist Diplom-Tontechniker, war bereits als Musiker und Komponist tätig und hat für Musikgrößen wie Xavier Naidoo oder Sabrina Setlur gearbeitet. In seinen Kursengilt es aber nicht nur "rumzuprobieren" - die Teilnehmer müssen auch mit anpacken. "Musik und Schleppen gehören zusammen", lachte Hauschild. Auto ausladen und Technik mit aufbauen sind ebenfalls Bestandteile des Workshops; denn die Arbeit im Team ist ihm sehr wichtig. "Es nützt der beste Techniker nichts, wenn man nicht miteinander arbeiten kann", versuchte er den Schülern klar zu machen. Es sei wichtig, im Rhythmus miteinander zu sein und um das zu erreichen dürfte es auch an Disziplin und Respekt nicht fehlen.
Begeistert war der Dozent von dem Workshop-Ergebnis der Jüngsten "auch wenn sie beim Mischen ihres Musikstückes etwas zu mutig waren", wie er anmerkte. An diesem Tag wurde deutlich, dass Technik auch schon etwas für die Jüngsten ist - und für Mädchen; sie waren genauso stark vertreten wie die männlichen Kursteilnehmer. "Mädchen in Technik-Arbeitsgruppen sind immer von Vorteil, sie sind oft zielorientierter als Jungs", berichtete Hauschild über seine Erfahrungen.
Die Lehrer Reinhard Schultz und Josephine Steiner ließen es sich nicht nehmen, ebenfalls am Mischpult ein Instrument auszublenden oder dem Gesang einen besonderen Effekt zuzuordnen. Zu den beiden Lehrkräften gesellte sich die Kollegin Sabine Meckler von der Grundschule Rothenstein. Die Schule teilt sich nämlich mit der Realschule eine professionelle Anlage mit Verstärkern, Mikrofonen und Geräten zur Effekterzeugung, die zu Begrüßungs-, Weihnachtsfeiern und Auftritten zum Einsatz kommt.
Seit Beginn des vergangenen Jahres, als die Anlage angeschafft wurde, sind Moritz Mürmann, Rico Deuschle und Ewald Harms für die Beschallungstechnik im PZ der Realschule zuständig. Da sie aber bereits die Klasse 10 besuchen und deshalb die Schule noch im diesem Jahr verlassen werden, war Stefan Wennemann froh, dass sich die Jüngeren für den Tontechnik-Workshop begeistern konnten.
Realschüler möchten schreiben wie die Profis
MEINERZHAGEN - Meinerzhagener Zeitung 23.05.09
Die Computertastaur steht für die jungen Realschüler im Mittelpunkt.
MEINERZHAGEN - Obwohl der Computer seit vielen Jahren zu den Medien gehört, die auch aus der Schule nicht mehr wegzudenken sind, wird die "Kulturtechnik" des 21. Jahrhunderts - das "blinde" Schreiben mit zehn Fingern - noch immer vernachlässigt.
Die Feinmotorik der Kinder im Umgang mit traditionellen Schreibwerkzeugen sei stark verkümmert, ist häufig zu lesen. Wenn man allerdings die Fingerfertigkeit beim Umgang mit der (Computer-)Maus zur Kenntnis nimmt, dann stellt sich schnell heraus: Das ist nur die halbe Wahrheit.
Anders sieht es oft beim Umgang mit Texten aller Art aus. Getippt wird mit wenigen Fingern. Die Schreibgeschwindigkeit stößt dabei an natürliche Grenzen, die Treffersicherheit ebenfalls. Längst haben sich auf dem Markt zahlreiche Angebote etabliert, die damit werben, dass sich mit einer höheren Tippgeschwindigkeit viel Zeit sparen lässt - Zeit, die dann für diverse Freizeitaktivitäten zur Verfügung steht. In wenigen Stunden wird dabei die komplette Tastatur erarbeitet. Gelernt wird mit allen Sinnen, mit Bildern, unter Einsatz eines Lernkonzerts, dem Kernstück der Suggestopädie. Dabei handelt es sich um Lerngeschichten mit dezenter Hintergrundmusik.
Doch auch das geht ohne Übung nicht. Vor dem Üben muss zunächst der innere Schweinehund überwunden werden. An Schulen, an denen Computerschreiben Teil eines Angebots für alle Schülerinnen und Schüler ist, ist zumindest sichergestellt, dass sich niemand entziehen kann. Wenn ein solches Angebot aber nicht zum festen Programm gehört, dann stellt schon die Organisation eine Hürde dar. Das Angebot findet nämlich außerhalb des Unterrichts statt, bei Klassenstärken von etwa 30 Kindern geht das nicht ohne eine entsprechende Zahl an Ausweichterminen.
Etwa ein Drittel der Klasse 5d der Städtischen Realschule Meinerzhagen hat ein solches Angebot nun durchlaufen, ein weiteres Drittel teilweise und für den Rest wird in Kürze ein neues Angebot folgen. Zehn Computerarbeitsplätze stehen im Klassenraum ständig zur Verfügung. Es sind zumeist ältere Geräte, die für diesen Zweck aber nicht nur ausreichend, sondern ideal sind.
An einem der Projekttage kurz vor den Sommerferien folgt für alle eine Prüfung. Bei regelmäßiger Übung (von wenigen Minuten pro Tag) müsste die Zahl der Anschläge pro Minute deutlich steigen. Anschließend erfolgt eine Evaluation, in der sich dann herausstellen sollte, dass sich der zusätzliche Zeitaufwand gelohnt hat. Und anschließend wird die Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts immer wieder praktiziert, denn jede Textarbeit am Computer ist zugleich eine Übung im "Blindschreiben". Und weil sich der innere Schweinehund manchmal beim gemeinsamen Lernen und Üben ganz gut überwinden lässt, kommen die zehn alten Computer auch dann wieder zum Einsatz - im Unterricht und in der nachmittäglichen Lernwerkstatt - auf freiwilliger Basis.
Leseprojekt zum Welttag des Buches am 23. April 2009
„Dürfen wir die Bücher von den Lehrern auch ausleihen?“ Diese Frage wurde mehrfach gestellt am vergangenen Donnerstag in der Schülerbücherei der Städtischen Realschule – und mit einem klaren Ja beantwortet. Denn für das Ausleihprojekt der Klasse 5d hatten viele Mitglieder des Kollegiums ihre Lieblingsbücher aus den verborgensten Winkeln hervorgeholt und entstaubt. Dem einen oder anderen Klassiker der Kinderliteratur sah man sein Alter durchaus an – trotzdem fanden die meisten den Weg in einen modernen Schulrucksack. Bis zum 5. Mai haben sie ein Zuhause bei einem Kind aus dem Jahrgang 5 der SRM. Zwar fehlten wegen des gleichzeitig stattfindenden Girls` Days einige Kinder, jedoch wurde das Projekt zur Leseförderung trotzdem ein voller Erfolg.
Im Deutschunterricht der 5d war in den Wochen vor den Osterferien intensiv gelesen und
sogar gebastelt worden: Drei Klassen-Lektüren und ihre eigenen Lieblingsbücher stellten die Kinder auf Flyern und in Bücherkisten vor, mit Zeichnungen und Leseproben sowie interessanten Gegenständen aus dem Buch. In den Stunden nach den Osterferien waren dann Aufbau und Ablauf der Aktion geübt worden, denn nichts sollte schief gehen.
Für jede der Parallelklassen war eine Unterrichtsstunde zum Anlesen und Ausleihen eines Buches reserviert. Die Kinder aus der 5d stellten jeweils einer Mitschülerin oder einem Mitschüler aus der anderen Klasse als „Buchpaten“ eine von drei Klassenlektüren, das eigene Lieblingsbuch und ein Lehrerbuch vor. Alle Buchpaten und -patinnen verfügten über einen Büchertisch, wo sie ihre Bücher und Bücherkisten ausgestellt hatten. Die Stühle waren als Doppelsitze angeordnet; hier konnten die Flyer gelesen und aus den Büchern konnte vorgelesen werden. Zweimal wurden die Partner im Verlauf der Stunde gewechselt - eine ziemliche Anstrengung für die Jungen und Mädchen in der 5d, die mit Feuereifer bei der Sache waren.
Denn ununterbrochen bei teils völlig unbekannten Mitschülerinnen und –schülern Werbung für ihre Bücher zu machen, das erforderte Durchhaltevermögen. Doch sie konnten stolz sein auf die Erfolgsbilanz ihrer Aktion: Als am Ende der vierten Stunde alles wieder aufgeräumt war, hatten immerhin 40 von den 49 Gästen ein bis drei Bücher mitgenommen.
MZ vom 8.4.09
Sportliche Realschüler beim Endspieltag
MEINERZHAGEN - Eine lautstarke Kulisse bot sich während der Endspiele in der Rothensteiner Sporthalle.
MEINERZHAGEN - Sportlich verabschiedeten sich die Realschüler am letzten Schultag vor den Osterferien aus der Rothensteinhalle in die unterrichtsfreie Zeit. Vor großem Publikum fanden die Endspiele der diesjährigen Klassenspiele im Fußball, Völkerball, Handball, Basketball und Volleyball statt. Lautstark angefeuert von ihren Klassenkameraden, setzten sich die ehrgeizigen jungen Sportlerinnen und Sportler gut in Szene.
Ganz eng wurde gleich das Auftaktspiel der Fußballer der Klassen 5b und 6c.
Da nach Ablauf der regulären Spielzeit und nach der Verlängerung kein Sieger feststand, musste das Neunmeterschießen durchgeführt werden. Hier setzten sich die älteren Spieler der 6c dann knapp mit 1:0 durch. Schulsportleiter Rolf Weber gratulierte den beteiligten Teams zu ihrem "hochklassigen und spannenden" Finalspiel. Beim Völkerballspiel der Mädchen der 5. Klassen gewann die 5c klar nach 10:2 und 9:2 Punkten. Die Handballerinnen der 6b setzten sich nach einem knappen Halbzeitergebnis (2:1) doch noch deutlich gegen die 6a durch und siegten mit 4:1. Sehr spannend wurde dann wieder das Finalspiel im Fußball der 7c gegen die 8d. Beide Mannschaften zeigten ein hohes technisches Niveau und keiner konnte den Gegner in den Griff bekommen. So stand es schließlich 3:3 nach Verlängerung. Erst beim Neunmeterschießen setzte sich die 8c durch. Dann ging es um die Krone des Basketballspiels. Hier trafen die 9c und die 10e aufeinander. Durch schnelles Spiel mit Korberfolgen brillierte die 9c. Doch die 10e zeigte ein zunehmend sichereres Spiel und nachdem auch die Korbwürfe gelangen, hieß es nach knappem Halbzeitergebnis doch noch 22: 16 für die 10e.
Beim Volleyballspiel der gemischten Mannschaften galt die 10b als Geheimfavorit. Doch die Spielerinnen und Spieler der 9d zeigten sich nervenstark und griffen beherzt an. Die 10b konterte geschickt und hatte am Ende knapp die Nase vorn. Zum Schluss traten die Zehntklässler gegen eine Lehrermannschaft an.
Erstmals seit vielen Jahren fanden die Pädagogen nicht zu ihrer Linie, hatten Abstimmungsprobleme und unterlagen am Ende ganz klar der engagiert spielenden Schülermannschaft.
Anita und Vera aus Ghana erleben ersten Schnee
Deutschland: Trotz Kälte ein warmes Land
Deutschland ist anders. Das spürten Vera Mwinbe-Ere Der und Anita Zimpah Anthony schon, als sie vor wenigen Tagen in Frankfurt aus dem Flugzeug stiegen. In der Kälte stieg ihr Atem in kleinen Wölkchen vor ihnen auf.
Später fühlten die beiden jungen Frauen aus Ghana in Meinerzhagen ihren ersten Schnee. Deutschland ist ein kaltes Land. Im Norden Ghanas fallen die Temperaturen nie unter 20 Grad.
Jetzt sind sie gegen die Kälte gewappnet. Vera und Anita tragen dicke Mäntel, zum ersten Mal im Leben auch Socken an den Füßen und Handschuhe. Jetzt ist Deutschland ein warmes Land. Dafür sorgen auch Peter Regali und Kerstin Halbe mit ihren Familien. Sie haben Vera und Anita aufgenommen. Bis zum 19. April bleiben sie in Meinerzhagen. Dann reisen sie mit einer weiteren jungen Frau aus Ghana in ihre Heimat zurück.
Sie werden viel zu erzählen haben. Vom Winter in Deutschland, prächtigen Shopping-Meilen, von Schnitzel mit Pommes und Spaghetti. Beide lachen, als sie von ihren Lieblingsgerichten erzählen. Im Norden Ghanas werden ihnen das Nationalgericht Fufu (meistens aus Yamswurzel), gekochte Bananen oder Tou Zafi (aus Maismehl) aufgetischt.
Beide haben die St. Anns Girls Senior High School in Damongo absolviert. „Mit Top-Noten”, berichtet Realschulleiter Peter Regali. Auf ihn und Susanne Schulze-Jaschok gehen die Kontakte zur Schule in Damongo, zurück. Sie wurden vor einigen Jahren in den westafrikanischen Staat eingeladen. Sie wollten nicht mit leeren Händen kommen und organisierten einen Wohltätigkeitslauf. Später überwiesen sie 11 000 Euro für den Ausbau der Schule und besuchten Damongo. Es folgte eine weitere Benefiz-Aktion. Der Erlös floss in einen eigens gegründeten Fonds. „Entwicklungshilfe funktioniert nur über Bildung”, sagt Peter Regali. Mit Geld müsse Hilfe zur Selbsthilfe angestoßen werden.
Der Besuch der beiden jungen Frauen soll die Verbindung zwischen Realschule und der St. Anns High School nach außen dokumentieren. „Unsere Schüler sind ganz begeistert. Sie haben Vera und Anita liebevoll aufgenommen.” Auch im Unterricht sind sie akzeptiert. In der 6b, einer bilingualen Klasse, ergänzen sie den Englischunterricht. Sie werden an der Schule über ihre Heimat sprechen. Anita möchte Journalistin werden. Vera beginnt bald eine Ausbildung zur Krankenhaus-Managerin. So wächst eine neue Generation Frauen in Afrika heran. Gleichzeitig entdecken sie Gemeinsamkeiten mit Gleichaltrigen in Deutschland. So war Anita total fasziniert von den Schuh-Läden im Lüdenscheider Stern Center . . .
MZ 30.01.2009
Anita (l.) und Vera hielten in Meinerzhagen zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee in den Händen.
MEINERZHAGEN - Als Anita und Vera am vergangenen Wochenende nach einem langen Flug in Düsseldorf landeten, konnten sie sofort die erste erstaunliche Beobachtung machen: Bei den deutschen Minustemperaturen sahen die beiden jungen Frauen aus Ghana ihren Atem als kleine weiße Wölkchen durch die Luft schweben. "Das hat sie schon mächtig beeindruckt", lacht Peter Regali, Leiter der Realschule am Rothenstein, bei der Erinnerung an das Eintreffen seiner Gäste.
Auf seine Einladung hin sind die 20-jährige Anita Zimpah Anthony und die 18 Jahre alte Vera Mwinbe-ere Der aus der Kleinstadt Damongo in Ghanas Norden nach Meinerzhagen gekommen. Doch bis zur letzten Minute konnte Regali nicht sicher sein, ob sein Besuch auch wirklich ankommen würde. "Leicht war es wirklich nicht, die beiden Mädchen hierher zu bekommen. Es gab da jede Menge zu erledigen. Ich musste bei der Ausländerbehörde Gehaltsabrechnungen, einen Nachweis über die Rückflugtickets und sogar einen Grundriss meines Hauses einreichen. Und dann mussten Anita und Vera in Ghana mit allen Unterlagen und den Tickets zum Konsulat, um dort die endgültige Erlaubnis für ihre Reise einzuholen", schildert Peter Regali den schweren Weg bis zur Ankunft der beiden Gäste.
Zustande gekommen war die Einladung, da Vera und Anita ihren Schulabschluss am Mädcheninternat St. Anne's Girls' Secondary School in Damongo machten, zu dem die Meinerzhagener Realschule eine ganze besondere Beziehung pflegt. Vor Jahren hatte Peter Regali einen katholischen Pfarrer aus Ghana kennen gelernt. Aus dieser ersten Begegnung wuchs über die Zeit hinweg eine Freundschaft, die sich auch in Regalis Engagement für Ghana und das Mädcheninternat in Damongo niederschlägt: "Pfarrer Niklas ist sozusagen unser Mann vor Ort. In der Vergangenheit haben wir einen großen Charity Walk und andere Spendenprojekte gestartet. Und die Gelder gehen direkt an Pfarrer Nikals. Da können wir immer sicher sein, dass unsere Spenden zu hundert Prozent ankommen und dann gezielt für wirklich wichtige Projekte eingesetzt werden." Das letzte Projekt, das die Realschule mit ihren Spenden unterstützt hat, war der Bau eines neuen Schlafsaals im Mädcheninternat in Damongo.
"Uns war es ein Anliegen, Vera und Anita die Chance zu diesem Besuch zu geben. Sie haben ein tolles Abschlusszeugnis. Da wollten wir ihnen als kleine Belohnung ein ganz besonderes Geschenk machen", erklärt Peter Regali den Grund für die Einladung. Untergebracht sind die beiden jungen Afrikanerinnen privat. "Anita wohnt bei meiner Frau und mir. Vera ist für die nächsten Monate sozusagen die Gasttochter meiner Lehrerkollegin Kerstin Halbe", erklärt der Gastgeber.
Und wie ernst das Ehepaar Regali sein Gastelternpflichten nimmt, wird deutlich, als Anita und Vera von ihrem Besuch im Stern-Center in Lüdenscheid berichten. "Die beiden Mädels sind mit dünnen Schühchen, ohne Strümpfe und mit leichter Sommerkleidung angekommen. Da mussten wir natürlich sofort losziehen und sie dem deutschen Winterwetter entsprechend mit Winterschuhen, dicken Jacken, Pullis, Mützen, Schals und Handschuhen ausstaffieren. Das versteht sich doch von selbst", berichtet Regali von dem ersten gemeinsamen Einkauf am Samstag.
"Wir waren schon sehr beeindruckt von den Geschäften. So etwas kennen wir aus Ghana überhaupt nicht. Aber es war wunderschön. Vor allem die Schuhe", berichtet Anita begeistert von ihren Einkaufseindrücken.
Bausteine zur individuellen Förderung
Realschule lässt keinen hängen
Kierspe, 13.01.2009, Wolfgang Teipel
Meinerzhagen. Individuelle Förderung als Schlüssel zum Lernerfolg: Die Realschule baut ihre Bemühungen aus, damit alle Schüler die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. „Das passiert selbstverständlich auch im Rahmen des normalen Unterrichts”, sagt Schulleiter Peter Regali.
Aber die Schule will mehr.
„Wir sind bei der Entwicklung individueller Fördermöglichkeiten noch nicht am Ende angekommen”, sieht der Schulleiter Luft nach oben. „Wir haben aber wichtige Schritte vollzogen.” Ein Schaubild zeigt: Über die Förderung im Unterricht hinaus tragen fünf Säulen zum Ziel, dem erfolgreichen Realschul-Abschluss, bei.
„Lernen lernen” – so ist das Methodentraining überschrieben, in den Schülern der Klasse 5 gezeigt wird, wie sie sich erfolgreich organisieren und Schule und Freizeit in Einklang bringen können. Inzwischen haben die Lehrer festgestellt, dass bei den älteren Jahrgängen nachgefasst werden muss. „Künftig werden wir in allen Klassen ein oder zwei Tage Methodentraining pro Halbjahr anbieten”, sagt Peter Regali.
Den Kampf gegen Lese- und Rechtsschreibschwächen nimmt die Schule in den Klassen 5 und 6 auf. Bei Tests wird ermittelt, bei wem Förderbedarf besteht. Die Unterstützung setzt dann in Klasse 5 im zweiten Halbjahr ein, in Klasse 6 im ersten Halbjahr.
Auch das Prinzip „Schüler helfen Schülern” ist ein Baustein zum Erfolg.
20 Tutoren betreuen Jüngere
Zurzeit betreuen 20 junge Leute aus Klasse 10 als Tutoren am frühen Nachmittag Jüngere bei den Hausaufgaben. „Dieses Angebot wird intensiv genutzt”, berichtet Peter Regali. Die Zehner seien mit hohem Engagement bei der Sache. Ihr Einsatz zählt doppelt: Sie haben die Tutorenausbildung, als Wahlpflichtfach gewählt.
„Komm mit” diese Aufforderung gilt Schülern, deren Versetzung gefährdet sein könnte. An der Realschule heißt das Programm „Logo”. Erscheint das erste „Mangelhaft” unter einer Arbeit, setzt die Förderung ein. „Hier werden auch die Eltern mit eingebunden”, erläutert der Schulleiter. Die Unterstützung erfolge nicht in Form von Nachhilfe. „Die Schüler lernen bei regelmäßigen Treffen, wie man den inneren Schweinehund überwindet, gute Vorsätze in die Tat umsetzt und Lernstrategien umsetzt.” Fachlehrer helfen. Dazu kommt die Erfolgskontrolle. Zurzeit werden in diesem Programm acht Schüler von zwei Förderkräften betreut.
Lernzentren für alle noch Zukunftsmusik
Außerdem gibt es für schwache Schüler, drei Lernzentren, deren Besuch verpflichtend ist. „Manche verstehen das noch als Nachsitzen. Es muss aber klar werden, dass es sich um wichtige zusätzliche Förderung handelt”, unterstreicht Peter Regali. Die Einrichtung der Lernzentren wurde möglich, weil eine zusätzliche Kraft mit 8,5 Wochenstunden eingestellt werden konnte. Zukunftsmusik für den Schulleiter: „Wir möchten die Lernzentren ausbauen, um guten Schülern zusätzliche Angebote machen zu können.”
Komplettiert wird die individuelle Förderung durch bilingualen Unterricht in Englisch. Schüler der bilingualen Klasse erhalten in den Jahrgangsstufen 5 und 6 zwei zusätzliche Stunden Englisch-Unterricht. Später kommt Fachunterricht (Erdkunde, Geschichte und Politik) in englischer Sprache dazu.
5.12.2008 - aus der MZ
"Gütesiegel" für die Meinerzhagener Realschule
04.12.2008 · MEINERZHAGEN - "Jetzt weiß ich erst, wie hart Papa für sein Geld arbeiten muss." Eine Schülerin der sechsten Klasse an der Realschule hatte nach der Besichtigung eines heimischen Betriebes ihr ganz persönliches "Aha-Erlebnis". Genau das wollen Schulleiter Peter Regali, sein Stellvertreter Hartmut Pieta und das gesamte Kollegium am Rothenstein auch erreichen - und deshalb räumen sie der Berufsorientierung an der Realschule auch breiten Raum ein.
Und das geschieht so effektiv, dass Regali kürzlich das Gütesiegel "Berufswahlorientierte Schule" entgegennehmen durfte. Der Wettbewerb wurde durchgeführt vom bundesweiten Netzwerk "Berufswahlsiegel" unter Regie der Bertelsmann-Stiftung und verliehen von der agentur mark in Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren Hagen/Ennepe-Ruhr und dem Kreis Junger Unternehmer Iserlohn.
Von der sechsten Klasse an werden die Kinder und Jugendlichen der heimischen Realschule an die Berufswelt herangeführt - und das ganz systematisch. Hartmut Pieta hat einen ganzen Maßnahmenkatalog zusammengestellt, der viele Aspekte berücksichtigt. Dazu ging die Realschule auch eine Kooperation mit der Firma Otto Fuchs ein, die Zusammenarbeit mit der Sparkasse ist darüber hinaus geplant. Neben den Betriebsbesichtigungen gehören viele Maßnahmen zum "Standardprogramm" der Schule. So wählen die Kinder in den siebten Klassen ein Schwerpunktfach und gehen zum "Tag der offenen Tür in die Firma Fuchs. In den Jahren danach folgen unter anderem eine Fahrt zum Ausbildungszentrum des Handwerkes nach Arnsberg, weitere Praktika, ein Besuch des "Metall-Mobils" und ein individueller Kompetenz-Check. Projekttage, schulischer Unterricht mit Unterstützung durch Fachleute aus den Betrieben, Eltern-Infoabende mit Vertretern aus weiterführenden Schulen und unter Umständen sogar Auslandspraktika sind nur einige Maßnahmen, die ebenfalls angedacht sind oder bereits praktiziert werden.
Das frisch am Rothenstein eingetroffene Schild "Berufswahlorientierte Schule" ist Lohn all dieser Bemühungen - um es zu erlangen, musste eine Fachjury vom Konzept der Realschule überzeugt werden. Dazu wurde in Hagen nicht nur das Meinerzhagener Programm bewertet, auch heimische Eltern und Schüler kamen zu Wort. Letztere wurden in kleinem Kreis zur Qualität der Berufswahlorientierung an ihrer Schule befragt - Lehrer durften nicht teilnehmen.
Nach eingehender Prüfung der Bewerbungsunterlagen von 15 Schulen aus der gesamten märkischen Region entschied sich die Jury nach dem Auditierungsverfahren schließlich, das Siegel an fünf Schulen zu vergeben. Für ihre überdurchschnittlichen berufs- und studienwahlvorbereitenden Maßnahmen wurden neben der Realschule Meinerzhagen ausgezeichnet das Städtische Gymnasium Gevelsberg, die Hauptschule Breckerfeld, die Hauptschule Niedersprockhövel sowie die Realschule Halver. Für die Dauer von drei Jahren dürfen sich diese Schulen als "Siegel-Schule" bezeichnen und mit dem Gütesiegel werben. Danach müssen sie sich rezertifizieren, um Kontinuität und Nachhaltigkeit zu beweisen.
"Schülerinnen und Schüler einer Siegel-Schule sind am Ende ihrer Schullaufbahn in der Lage, die Entscheidung für oder gegen einen Beruf selbstständig und ganz bewusst zu treffen", davon sind die Angehörigen der Jury jedenfalls überzeugt. Der Wettbewerb um das Siegel "Berufswahlorientierte Schule" gab den Schulen die Chance, ihre Maßnahmen im Bereich der Berufswahlorientierung einem kritischen Blick von außerhalb zu unterziehen. Die Fachjury setzte sich aus Mitgliedern der Wirtschaft, der Arbeitsverwaltung, Eltern- und Schülervertretung sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen zusammen.
18.11.2008 • MEINERZHAGEN "Die Lernatmosphäre ist ganz anders, seit wir mit Beginn dieses Schuljahres die so genannten Lehrerräume eingeführt haben," nennt Rektor Peter Regali im Gespräch mit der MZ einen großen Vorteil der Raumumstellung in der Städtischen Realschule Meinerzhagen. Seit August 2008 wechseln nicht mehr die Lehrer den Klassenraum, sondern die Schüler begeben sich dorthin, wo sie die nächste Stunde Unterricht haben.
"Wir haben das in unserer Partnerschule in England so kennen gelernt, haben andere Schulen im Märkischen Kreis befragt und sehen Vorteile darin, dass die Englisch-, Mathe- oder Deutschlehrer ihren eigenen Raum haben, den sie nach ihrem Geschmack gestalten können." Computer und Beamer bleiben beispielsweise vor Ort, Poster an den Wänden dokumentieren Schülerarbeiten, Fotos zu Themen des Fachs werden gezeigt oder Unterrichtsinhalte wieder gegeben. Fachbücher oder Atlanten befinden sich direkt im Raum. Tische und Stühle können in Gruppen oder in Reihen gestellt und damit die Sitzordnung verändert werden. Die Unterrichtsqualität erhöhe sich, so die Beobachtungen der Pädagogen.Und was sagen die Schüler zu dem Projekt? "Am Anfang waren alle nicht so begeistert," berichtet Schülersprecherin Steffi Hoff (17). "Zunächst ist die Schülervertretung dagegen gewesen, doch in der Schulkonferenz haben auch Eltern und Schüler für die Umstellung gestimmt," fasst der Rektor das Ergebnis zusammen. "Inzwischen ist es zur Gewohnheit geworden, sich sofort nach Ende der Stunde auf den Weg zum nächsten Raum zu machen," schildert die Schülersprecherin die Lage.
Die Unterrichtsräume seien einfach sauberer als zuvor, bestätigen Schüler und Lehrer übereinstimmend. Nach Beendigung der Schulstunde packen Mädchen und Jungen ihre Sachen und räumen auf. Auch Englischlehrerin Brigitte Heide ist vollauf begeistert: "Alles läuft viel ruhiger ab, ich empfinde die Einrichtung der Lehrerräume als durchweg positiv." Vor allem für die jüngeren Schüler sei die Bewegung zwischendurch wichtig, bekräftigt der Rektor: "Sie sind viel ausgeglichener." Als unangenehm sehen viele Schüler dennoch die weiten Wege an, die sie zurücklegen müssen. "Das Rumrennen stört uns, und die Rucksäcke sind sehr schwer." Schließfächer, die neu installiert wurden, helfen, nicht gebrauchte Bücher oder Hefte dort zu lassen. Zu einem geringen Entgelt können die 300 Fächer gemietet werden. Als positiv werten die Eleven, dass die Stunde pünktlich beginnt, weil die Lehrer schon zur Stelle sind.
"Außerdem ist das Raum-Prinzip nur für ein Jahr zur Probe eingeführt worden," so Peter Regali. "Am Ende wird entschieden, ob es so weiter laufen soll, oder ob die alte Form bevorzugt wird."
13. Oktober 2008
Realschule knüpft Kontakt zu Privatschule in Kairo
MEINERZHAGEN
Gute Freund geworden: Die elf Meinerzhagener Realschüler mit ihren acht Gästen aus Kairo.
MEINERZHAGEN - Am heutigen Montag heißt es Abschiednehmen für elf Realschüler und acht Schüler einer privaten Schule in Kairo. Ereignisreiche Herbstferientage voller Kontraste, einer Flut neuer Eindrücke und ungewöhnlicher Erfahrungen in der ägyptischen Millionenmetropole und der beschaulichen Volmestadt liegen hinter ihnen.
Das Reiseziel wurde nicht nur geografisch erreicht. Die Teilnehmer dieses Schüleraustauschs knüpften neue Kontakte, aus denen Freundschaften entstehen können. Sie lernten Land und Leute vor Ort persönlich kennen und konnten so viele Vorurteile abbauen.
Das "Projekt Ägypten" wurde durch die private Intitiative der Lehrkräfte Helga Bothe, Ute Schäfer und Marc Thele vor drei Jahren mit Schülern der Realschule gestartet. Zunächst entstand in den Kellerräumen der Schule eine "Simulation Ägypten". Als nächster Schritt stand dann eine Reise nach Luxor auf dem Programm. Durch Marc Thele, der sich schon immer für das Land am Nil und seine Geschichte interessiert hatte, kam der Kontakt zu der Kairoer Privatschule zustande. Denn dort unterrichtet der ehemalige Meinerzhagener, der mittlerweile auch mit einer Ägypterin verheiratet ist, heute.
Nach einem Jahr der Reisevorbereitungen starteten in diesen Herbstferien zunächst die Meinerzhagener Schüler zu einem Besuch nach Kairo. Dort waren sie in den Familien der ägyptischen Schüler untergebracht. Mit ihren Gastgebern erforschten sie die Millionenstadt und machten sich mit Sitten und Gebräuchen vertraut.
Für die Unternehmungen stellte die Kairoer Schule einen Kleinbus zur Verfügung. Bei der Rückkehr in die Volmestadt wurden die Meinerzhagener dann von ihren neuen ägyptischen Bekannten und der Lehrerin Carola Reichenbach von der Kairoes Privatschule begleitet.
Stand in Ägypten ein Ausflug in die Wüste auf dem Programm, so erwartete die Gäste im Sauerland eine Waldwanderung, bei der sie sich davon überzeugen konnten, dass ihre irrationale, von Vorurteilen gespeiste Angst vor den heimischen Wildtieren und gefährlichen Zecken weitgehend unbegründet war.
Aber auch die Meinerzhagener hatten sich bei ihren Besuchen von Vorurteilen verabschieden müssen. Denn die Ägypter lebten nicht nur in Hütten ohne Strom und in der ständigen Angst vor Bombenanschlägen oder islamistischen Fundamentalisten, sondern in einer quicklebendigen modernen Millionenstadt mit vielen gastfreundlichen Menschen.
Als Kontrastprogramm zu den Pyramiden und den vielen anderen Sehenswürdigkeiten des afrikanischen Staates sahen die Reisenden hier die Atta-Höhle, den Kölner Dom und das Erzbergwerk Ramsbeck. Außerdem besuchten sie das Freitagsgebet in der Attendorner Moschee und schipperten über den Biggesee. Von der deutschen Ordnung und Sauberkeit, der friedlichen Umgebung, der guten Luft und dem Farbenspiel der Landschaft zeigten sich die Gäste dabei tief beeindruckt.
Da die neun- bis 16-jährigen Schüler die Computer der Realschule nutzen konnten, haben sie ihre Reise auf der Internetseite www.caimei.kulturserver.de für alle Interessierten dokumentiert.
MZ vom 20.06,2008 zum Englisch-Wettbewerb "Big Challenge"
MZ vom 20.06,2008 zur Arbeit des Fördervereins für äußerschulische Musikprojekte
MZ vom 14.06,2008 zur Abschlussfeier der SRM
MZ vom 14.06,2008 zur Schultheater-Aufführung im Juni 2008
WR vom 12.06.2008 zur Schultheater-Aufführung im Juni 2008
MZ vom 14.06.2008 zur Fachexkursion 2 Klassen nach Stuttgart
MZ im Mai 2008 zur DELF-Sprachprüfung von Schülerinnen und Schülern der SRM
MZ im Mai 2008 zum Schnuppertag beim Handwerk in Arnsberg
Realschule knüpft Kontakt nach Sibirien
Am Zusammenfluss von Angara und Jenissej grillten Regali, Nej und Begleiter auf ihrer Tour Richtung Norden. (WR-Foto)
Meinerzhagen. (dm) Blumen für die Lehrer, gute Wünsche für die neuen Schüler und viel Musik, Tanz und Ballett: So erlebte Peter Regali, stellvertretender Leiter der Realschule, den diesjährigen Schulanfang.
Allerdings nicht in Meinerzhagen, sondern im rund 7000 Kilometer entfernten Krasnojarsk in Sibirien. Gemeinsam mit Viktor Nej, einem aus Sibiren stammenden Kollegen, verbrachte Regali die ersten beiden Septemberwochen in Russland. Gemeinsam besuchten sie die Schule 149, deren Leiter Alexander Schmaland, ein Jugendfreund und Studienkollege von Viktor Nej, ist.
"Wir sind nicht gefahren, um einen Schüleraustausch zu organisieren", betonte Regali gestern im WR-Gespräch, "das ist aus Kostengründen überhaupt nicht möglich." Viel wichtiger waren für den Meinerzhagener, die Herkunft und die Mentalität derjenigen Schüler kennen- und verstehen zu lernen, die aus Spätaussiedlerfamilien stammen. Das sind zurzeit immerhin 207 der 760 Realschüler, also mehr als ein Viertel.
Schon in den ersten beiden Wochen habe sich aber zwischen den Schülern der 10b und einigen russischen Schülern ein reger Austausch per eMail ergeben. Auch Regali selbst steht mit dem Schulleiter und einer Deutschlehrerin in Kontakt. Im kommenden Jahr ist ein Gegenbesuch durch Alexander Schmaland geplant.
01.10.2003 Die Verhältnisse auf dem Land sind ärmlich - Wasser gibt´s nur an der Hauptstraße
Bunte Häuschen kennzeichnen das Dorf. Fast alle Einwohner halten Gänse, die frei über die Dorfstraße marschieren.
Meinerzhagen. (dm) Eine viertägige Autofahrt führte die beiden Meinerzhagener ins 500 Kilometer südlich gelegene Nikolaievka, das Heimatdorf von Viktor Nej.
"Das Dorf wurde 1905 von Wolgadeutschen gegründet", berichtete Nej über die Ursprünge. Damals hieß der Ort noch Gnadendorf. 1941 kamen dann viele von Stalin Vertriebene hinzu. In Hochzeiten hatte Nikolaievka 3000 Einwohner; heute sind es deutlich weniger. Schon Nejs Großvater wurde in dem Dorf geboren, seine Mutter lebt noch heute dort.
"In Nikolaievka herrschen völlig andere Lebensbedingungen als in Krasnojarsk", hat Regali festgestellt. Im Sommer ist es bis zu 35 Grad warm, im Winter fällt das Thermometer auf bis zu minus 50 Grad. "Mindestens eine Woche pro Winter mit Temperaturen von minus 40 Grad ist die Regel", berichtet Nej. Aufgrund der strengen Winter gibt es keine Wasserversorgung in den Häusern. Nur an der Dorfstraße finden sich Hydranten, deren Leitungen frostsicher in drei bis vier Metern Tiefe verlegt sind.
In Nikolaievka gibt es auch eine Dorfschule. Die ist in den letzten Jahren allerdings immer mehr geschrumpft. 69 Schüler der Klassen 1 bis 9 gehen dort zur Schule und werden von 12 Lehrern unterrichtet. Zu Nejs Zeiten waren alle Jahrgänge noch zweizügig.
Die Menschen sind nach westlichen Verhältnisse recht arm. Egal ob Lehrer oder Putzfrau: der Monatsverdienst liegt meist bei umgerechnet 150 Euro. Deshalb sind auch in Nikolaievka fast alle Einwohner Selbstversorger. Gemüse wächst reichlich, Hühner, Schweine und Gänse sorgen für den Rest. Oft wird nur das Brot gekauft.
Gerade auf dem Land ist der Zusammenhalt der Familien noch groß. "Die Rückkehrer sitzen oft dazwischen", hat Regali bei seinem kurzen Besuch mitbekommen. Sie haben ihre Heimat in Sibirien verloren und in Deutschland noch keine neue gefunden.
Peter Regali und Viktor Nej im Kurzporträt
Peter Regali und Viktor Nej mit einer Karte von Sibirien. Die Stadt Krasjnojarsk, gekennzeichnet durch den Pfeil, liegt direkt am Jenissej, der hier fast zwei Kilometer breit ist. (WR-Foto: D. Maximowitz)
Meinerzhagen. (dm) Peter Regali ist stellvertretender Leiter der Realschule Meinerzhagen. Er unterrichtet die Fächer Mathematik und Sport. Viktor Nej wurde 1961 in Nikolaievka geboren. Dort besuchte er neun Jahre lang die Schule. Nach zwei weiteren Schuljahren in einem Internat studierte er fünf Jahre lang an der Universität von Abakan - immer gemeinsam mt Alexander Schmaland, dem heutigen Schulleiter aus Krasnojarsk. 1994 kam Nej nach Deutschland, seit 1999 ist er an der Realschule tätig. Dort gibt er Unterricht in Mathematik und Physik.
Platzmangel: Unterricht in zwei Schichten
Meinerzhagen. (dm) Den 1. September 2003 wird Peter Regali nicht so schnell vergessen. "Das war eine beeindruckende Zeremonie", blickt der Volmestädter noch heute fasziniert auf seinen Besuch an der Schule Nr. 149 im sibirischen Krasnojarsk zurück.
Der 1. September ist in ganz Russland stets der erste Schultag nach den Sommerferien. Das Schuljahr dauert dann bis Ende Mai, im Juni finden noch Prüfungen statt. An diesem ersten Schultag gibt es immer eine große Feier an den Schulen. "Die Schüler sind unheimlich schick gekleidet", hat Regali beobachtet. Alle Schüler haben riesige Blumensträuße, die sie am Ende der Feier an die Lehrer verteilen - und das, obwohl Blumen in Sibirien sehr teuer sind. Außerdem steigen zahllose bunte Luftballons in den Himmel.
Peter Regali und Viktor Nej waren auf Einladung des Schulleiters Alexander Schmaland, eines Jugendfreundes von Nej, in Krasnojarsk. Während ihres Aufenthaltes haben sie bei Schmaland gewohnt. Regali: "Ich habe ein bisschen vom sibirischen Leben kennen gelernt." Die Einwohner, so Regali, seien sehr deutsch-freundlich gewesen und hätten sich sehr für das Leben in Deutschland interessiert.
Natürlich haben die beiden Meinerzhagener Lehrer auch den Unterricht der Schule Nr. 149 besucht. Englisch ist dort ab dem 5. Schuljahr obligatorisch, Deutsch kann ab der 7. Klasse dazugewählt werden. Schon im ersten Schuljahr gibt es meist Schwerpunktklassen im sportlichen, naturwissenschaftlichen oder ästhetischen Bereich. An der Schule Nr. 149 werden 1500 Schüler aus Platzgründen in zwei Schichten unterrichtet. Die erste Schicht beginnt um 8 Uhr, die zweite endet um 19 Uhr. Bei geringem Schulgeld werden die Schüler auch verköstigt. Während der Ferien werden die Gebäude häufig von den Lehrern renoviert. "Die Kosten dafür tragen größtenteils die Eltern", so Nej.
[02.10.2003]
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Meinerzhagen. (elo) Realschullehrer Stefan Wennemann schmiedet wieder an einer CD. Mitwirkende: Mädchen und Jungen seiner Schule plus Verstärkung einer Rothenstein-Klasse. Partner: die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG). Erscheinungstermin: vor Weihnachten. Arbeitstitel: Say hello, say good bye!
Der Pakt von Wennemann und MVG basiert auf der Idee einer Schülerin. Sie sprach Linienplaner Frank Rosenberg auf eine mögliche Kooperation an. "Das Projekt wurde von der Geschäftsleitung positiv beschieden", sagte gestern MVG-Marketing-Frau Marika Gomolka, die mit ihrem Kollegen Jens Piepenstock zu einem Vorbereitungsgespräch in die Realschule kam.
Die ersten Kontakte wurden vor den Sommerferien geknüpft, nach der Herbstpause geht´s dann an die Produktion. Aufgenommen wird die CD im Studio Drabenderhöhe. Dort hat Wennemann, der schon mit der Skater-CD an die Öffentlichkeit trat, bereits gute Erfahrungen gemacht. Den sicheren Transport hin und zurück übernimmt natürlich die MVG.
Es ist übrigens das erste Mal, dass sie eine Schüler-CD sponsert. Die Verbindung macht Sinn: Schließlich stellen Schüler mit 30 000 Fahrgästen das größte Aufkommen im Geschäftsbereich dar.
Quer durchs MVG-Land mit Schüler-CD Wennemann, Schüler und die MVG - vertreten durch Marika Gomolka und Jens Piepenstock - schmieden CD-Pläne.
Das MVG-Land hat der Oberberger Stefan Wennemann in den Sommerferien dank eines Sondertickets kennen und schätzen gelernt. Mit seinen beiden Kindern hat er Hönne- und Lennetal bereist, ist bis an die nördlichen Grenzen vorgestoßen und hat jede Menge interessanter Ziele ausgemacht. So soll die Balver Höhle Gegenstand eines Songs sein und von den Kleinen besungen werden. Angedacht hat er "Ich kenn da eine Höhle...".
Hallo, neue Mitschüler
Da Stefan Wennemann ein Mann der Praxis ist, sieht er die CD unter dem Aspekt des medialen Einsatzes im Unterricht. Lieder zur Begrüßung der Neuen sowie zur Verabschiedung sind die Klammer um die 12 bis 14 Songs der CD. Die soll 9,90 Euro kosten. Aus dem Erlös möchte Stefan Wennemann Musikprojekte in der eigenen Schule fördern. Aber auch andere Schulen könnten die CD von Realschule und MVG sinnvoll nutzen. Gekauft zum Vorzugspreis, kämen auch ihnen durch den Verkauf der Schüler-Songs Mittel zu. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist das eine gute Sache.
30.09.2003
01.10.2003 Der Markt in Krasnojarsk. Die Produkte werden auch auf der Motorhaube eines Wagens präsentiert.
Für den einen Heimat, für den anderen Neuland
Realschullehrer Viktor Nej und Peter Regali zu Besuch in Sibirien. Stadt-Land-Kontrast auffallend. Erste E-Mail-Freundschaften sind entstanden
MEINERZHAGEN • Für den Realschullehrer Viktor Nej war es eine Reise in seine sibirische Heimat. Für seinen Begleiter, den stellvertretenden Schulleiter Peter Regali, vollkommenes Neuland. Nicht nur die Temperaturschwankungen zwischen sommerlichen 30 Grad und sprichwörtlich sibirischen minus 50 Grad im Winter sprechen für Russland als Land großer Gegensätze.
"Der Stadt-Land-Kontrast ist auffallend", beobachtete Regali. Während ihm im Stadtleben große Parallelen zu unserer Gesellschaft auffielen, präsentierte sich das dörfliche Leben grundverschieden: Hühner, Gänse, Schweine und große Gärten mit Salat, Gemüse und Obstbäumen prägen das Ortsbild. "Die Menschen sind fast alle Selbstversorger." Wasserhydranten an den Straßen, weil normale Wasserleitungen einfrieren würden.
Eine Rentnerin erzählte, sie lebe von umgerechnet 27 Euro Rente im Monat. Ein Lehrergehalt beträgt umgerechnet etwa 150 Euro und entspricht damit ungefähr dem eines Fabrikarbeiters.
Vorrangiges Ziel der Reise war der Besuch einer Schule in der 930 000 Einwohner-Metropole Krasnojarsk am Fluß Jenissej. "Mehr als ein Viertel der Meinerzhagener Realschüler sind Spätaussiedler", weiß Regali. "Daher war es eine große Bereicherung für mich, das Leben der Deutschstämmigen direkt vor Ort kennen zu lernen." Und zumindest in einem Punkt sind die russischen Lehrer zu beneiden: Für sie gibt's jedes Jahr zum Beginn des neuen Schuljahres am 1. September jede Menge Blumensträuße von den Schülern. Ganz festlich, "die Mädchen mit Kleidern und Schleifen im Haar" werden das Schuljahr und die "i-Dötzchen" mit Tanz und Musik begrüßt.
Natürlich umfasste die Reiseroute auch einen Besuch des Heimatdorfes Nikolaievka von Viktor Nej. In näherer Zukunft wird bereits ein russischer Gegenbesuch in der Volmestadt erwartet. Der Schulleiter der russischen Schule, Alexander Schmaland, der übrigens ein früherer Studienfreund von Viktor Nej ist, hat seinen Besuch zugesagt. Das vorrangige Ziel der beiden Meinerzhagener Pädagogen, die Kontakte zwischen beiden Schulen zu verstärken, wird fürs erste in bescheidenem Rahmen in Angriff genommen.
Erste E-Mail-Freundschaften zwischen Schülern beider Schulen sind entstanden. Ein Schüleraustausch wäre allerdings zu teuer - immerhin ist Krasnojarsk rund 7000 Kilometer von uns entfernt. • ps
Englische Studentin unterstützt Lehrer an der Realschule im Unterricht
24.09.2003 / LOKALAUSGABE / MEINERZHAGEN
Meinerzhagen. (dm) Seit knapp zwei Wochen ist Gill Housley aus Chesterfield in Meinerzhagen zu Gast. Noch bis zum Mai wird sie die Englischlehrer der Realschule als Fremdsprachenassistentin im Unterricht unterstützen.
"Wir haben uns viele Jahre vergeblich bemüht", erläuterte Schulleiter Albrecht Renner gestern die Vorgeschichte dieser Aktion. Bisher, so Renner, hätten nur Gymnasien oder Gesamtschulen den Zuschlag bekommen. Nun ist zum ersten Mal ein Antrag der Realschule erfolgreich gewesen. Etwa 30 Studentinnen und Studenten haben gemeinsam mit Gill Housley mit Beginn dieses Schuljahres einen Job als Fremdsprachenassistent an einer Schule in NRW aufgenommen. Sie alle mussten im Vorfeld noch einen einwöchigen, intensiven Vorbereitungslehrgang in Köln absolvieren.
Nach acht Jahren Deutschunterricht an der Schule hat Gill Housley in England bisher sechs Trimester Germanistik studiert. Außerdem kann sie bereits auf einen zweiwöchigen Deutschlandaufenthalt verweisen: Im Rahmen ihres Studiums absolvierte sie schon einmal ein Betriebspraktikum an einer Grundschule in Darmstadt.
Einsatz in den bilingualen Klassen
An der Realschule in Meinerzhagen wird sie vor allem im Unterricht der bilingualen Klassen eingesetzt. Darüber freut sich Brigitte Heide, Koordinatorin des bilingualen Unterrichts, ganz besonders. In der AG "English conversation" hatte Housley in dieser Woche bereits einen ersten Einsatz. Außerdem darf die Studentin in den ersten Wochen auch in den englischsprachigen Politik-, Geschichts- und Erdkunde-Unterricht dieser Klassen hineinschnuppern. "Sie wird nicht nur hospitieren, sondern auch Teile des Englisch-Unterrichts übernehmen", umreißt Renner die Aufgaben der "Neuen" im Kollegium.
Mit einer Aussage überraschte Gill Housley ihre Gastgeber an der Realschule allerdings. Sie möchte später vielleicht in der Werbebranche arbeiten - auf keinen Fall aber will sie als Lehrerin tätig werden.
Ab jetzt Noten für Arbeits- und Sozialverhalten
24.09.2003 / LOKALAUSGABE / MEINERZHAGEN
Meinerzhagen. (dm) Mit Beginn des neuen Schuljahres hat es an der Realschule Meinerzhagen eine wichtige Änderung gegeben. Ab sofort werden Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler zensiert - damit sind die sogenannten "Kopfnoten" nach 27 Jahren Abstinenz in NRW wieder eingeführt.
Die Wiedereinführung dieser Noten wurde vom Schulministerium gesetzlich geregelt. Allerdings muss an jeder Schule zuvor noch die Schulkonferenz über die Einführung entscheiden. An der Realschule werden sich auf dem nächsten Zeugnis dann folgende Noten finden: Sehr vorbildlich, lobenswert, zufriedenstellend, verbesserungsbedürftig, tadelnswert. "Es sind aber auch differenzierte Bewertungen für unterschiedliche Fächer möglich", betonte Schulleiter Albrecht Renner gestern im Rahmen eines Pressegespräches. Die beiden Noten sind nicht versetzungsrelevant; sie sollen das Verhalten der Schüler aber nicht nur dokumentieren, sondern, so die Hoffnung der Pädagogen, auch positiv beeinflussen.
Die Realschule geht mit 760 Schülern und 38 Lehrern ins neue Schuljahr. "Wir sind mit 0,3 Stellen unterbesetzt, werden aber trotzdem den vollen Unterricht geben können", berichtete Renner. Mit 27 Klassen wurde eine Klasse weniger gebildet als im Vorjahr. Den vier Abgangsklassen stehen fünf neue fünfte Klassen gegenüber. Dafür mussten im achten und neunten Jahrgang aus bisher vier nun jeweils drei Klassen gemacht werden. Die Schülerzahl pro Klasse reicht von 24 bis 32; im Schnitt sind es 28,2 Schüler. "Damit kommen wir genau auf die gesetzliche Vorgabe von 28 Schülern pro Klasse", freute sich Renner.
Die größte Klasse ist mit 32 Schülern die neue bilinguale Fünf. Renner: "In der fünften Klasse gab es so viele Interessenten, dass wir nicht alle aufnehmen konnten." Damit verfügt die Realschule inzwischen über vier bilinguale Klassen: Nach einer "Testklasse", der heutigen 10, gibt es nun im dritten Jahr in Folge eine solche Klasse mit zweisprachigem Unterricht.
In der Klasse Fünf bietet die Realschule gezielten Förderunterricht an. "Die Lese- und Rechtschreibschwäche ist zunehmend zu einem Problem geworden", bedauert Renner. "Das schafft man häufig nicht im 5. Schuljahr; das dauert oft bis zur Pubertät." Renner: "Ich glaube, dass zu wenig gelesen und geschrieben wird." Sicherlich spiele auch die immer größer werdende Oberflächlichkeit bei Kindern eine Rolle. In Klasse 6 gibt es dann Förderunterricht in den drei Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch.
12. September 2003 Es geht um Sicherheit und Schulpolitik
Informationsstand der CDU heute in der Fußgängerzone. Diskussions-Angebot
MEINERZHAGEN • Die CDU Meinerzhagen wird heute zwischen 10 und 16 Uhr mit einem Stand zum Thema "Verlässliche Schule - sichere Schulwege" in der Fußgängerzone Derschlager Straße/Zur Alten Post vertreten sein. An dem Stand werden rechtzeitig zu Beginn der dunklen Jahreszeit Materialien für die Sicherheit der Schulkinder, wie Reflektoren für die Schultornister und Fahrräder, verteilt.
Dort wird auch das vom örtlichen CDU-Arbeitskreis "Schule" ausgearbeitete Positionspapier zur Schulpolitik vorgestellt. Den Bürgern - und hier besonders den Eltern - wird Gelegenheit gegeben, mit verschiedenen Mandatsträgern der CDU, insbesondere den Mitgliedern des Städtischen Schulausschusses, über das Positionspapier zu diskutieren. Folgende Punkte sind darin unter anderem formuliert:
"Genügend Lehrerinnen und Lehrer, um den vorgeschriebenen Unterricht zu erteilen. Keine neuen Schulversuche, ohne das Ergebnis der angefangenen ausgewertet zu haben. Nur klare, durchdachte Konzepte diskutieren. Die Ganztagsschule nur als Angebotsschule. In der Ganztagsschule schulische und sozialpädagogische Bildung an Stelle von Betreuung, das bedeutet auch Wertevermittlung. Im Zeugnis Beurteilungen über soziales Verhalten, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß und Ordnung."
25. August 2003
Jeder zweite Schüler ist evangelisch (WR-Grafik: U. Klein) Die Grafik verdeutlicht: Fast jeder zweite Schüler in Meinerzhagen ist evangelisch.
Meinerzhagen. (uk) Fast jedes zweite Schulkind in Meinerzhagen ist evangelisch. Das geht aus einer neuen Erhebung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik hervor.
Dabei wurde die Konfessionszugehörigkeit im Schuljahr 2002/2003 näher unter die Lupe genommen.
45,9 Prozent aller 3482 Schülerinnen und Schüler in Meinerzhagen waren demnach evangelisch, 20,2 Prozent katholisch, 11,1 Prozent islamisch, 14,4 Prozent gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an und 8,3 Prozent der Schüler waren konfessionslosDie Landesstatistiker haben die Religionszugehörigkeit an allen allgemein bildenden Schulen registriert. Eines der Ergebnisse: Schüler islamischen Glaubens sind in Meinerzhagen an der Hauptschule am stärksten vertreten. Hier beträgt ihr Anteil an der gesamten Schülerschaft 20,8 Prozent. An der Realschule liegt der Anteil bei 8,3 Prozent, am Gymnasium lediglich bei 1,3 Prozent.
Im einzelnen setzt sich die Schülerschaft in Meinerzhagen folgendermaßen zusammen. An der Hauptschule lag der Anteil evangelischer Schüler bei 30,1 Prozent (Gymnasium: 59,6 Prozent). Katholische Schüler hatten an der Hauptschule einen Anteil von 17 Prozent (Gymnasium: 26,7 Prozent).
Schüler mit einem anderen Glauben kamen auf 26,9 Prozent (Gymnasium: 1,2 Prozent). Außerdem waren an der Hauptschule 5,2 Prozent aller Schüler konfessionslos. Am Gymnasium war diese Gruppe mit 11,3 Prozent mehr als doppelt so groß.
2. September 2003 Großer Unmut in Wiebelsaat
Stadt setzt alte Regelung außer Kraft: Keine Schülertransportkosten-Erstattung
MEINERZHAGEN • Bei Eltern in Wiebelsaat regt sich heftiger Unmut über eine Maßnahme der Stadt Meinerzhagen. Es geht um die bisher von der Stadt gewährte Übernahme von Schülerbeförderungskosten für Kinder ab dem 5. Schuljahr, die weiterführende Schulen der Sekundarstufe I besuchen. Bislang stellte die Stadt für deren Beförderung in Bussen der MVG Schulwegjahreskarten zur Verfügung. Das soll ab dem in Kürze beginnenden neuen Schuljahr nicht mehr der Fall sein. Das wurde den Eltern relativ kurzfristig vor dem Schulstart in zwei Wochen vom Schulverwaltungsamt der Stadt angekündigt.
In einem Leserbrief (siehe 3. Lokalseite) äußert Martina Trägner im Namen der Elternschaft der Wiebelsaat massive Kritik an dieser Maßnahme. Sie verweist darauf, dass Eltern nun monatlich je Kind für die Busfahrten rund 25 Euro aus der eigenen Tasche aufbringen müssen. In Fällen, wo angesichts der finanziellen Situation von Familien dieser Betrag nicht zur Verfügung stehe, sind nach nach Trägners Darstellung Kinder dann gezwungen, den Schulweg zu Fuß zurückzulegen. Da die enge, aber durchaus stark befahrene Straße von Wiebelssaat bis zum Heerhof über keinen Gehweg verfügt und auch nicht beleuchtet ist, sehen die Eltern darin eine starke Gefährdung. Martina Trägner fragt ketzerisch: "Soll das neue Rathaus auch auf Kosten unserer Kinder mit finanziert werden?"
Burkhard Deppe, Kämmerer und Beigeordneter der Stadt Meinerzhagen, sieht die Angelegenheit aus einem anderen Blickwinkel: "Die Schülerfahrkosten-Verordnung des Landes sieht für die Sekundarstufe I im Fall von Wiebelsaat generell keine Kostenübernahme durch den Schulträger vor." Gleichwohl ist dies bislang geschehen. Warum, das erklärt der Finanzbeigeordnete unter Hinweis auf die Historie. Als in den 60er Jahren die Volksschule in Wiebelsaat geschlossen wurde, hatten sich die damals Verantwortlichen in Rat und Verwaltung sozusagen als Geste des guten Willens bereit erklärt, bis auf Weiteres die Fahrtkosten für Schüler aus diesem Bereich zu übernehmen. "Das war und ist eine absolut freiwillige Leistung", betont Deppe.
Angesichts der immer prekärer werdenden Haushaltssituation der Stadt seien generell alle freiwilligen Leistungen, also Aufgaben, die keine Pflichtausgaben darstellen, auf den Prüfstand gestellt worden. Man habe sich auch vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung mit betroffenen Eltern bwz. Schülern aus anderen Ortslagen im Außenbereich der Stadt entschieden, die bislang erfolgte Kostenübernahme für Wiebelsaat mit Wirkung zum kommenden Schuljahr zu streichen, so Deppe gegenüber der MZ. Die betroffenen Eltern in Wiebelsaat wollen sich damit jedoch nicht abfinden. Sie sammeln zur Zeit Unterschriften gegen diese Maßnahme. Die Liste wird auch während des Kinderschützenfestes am kommenden Wochendende ausliegen und soll dann zur weiteren Beratung im Rat dem Bürgermeister der Stadt übergeben werden. • -fe