GangArt auf der Oranierroute
Auf einem regionalen Weg der bekannten Oranierroute führt unsere GangArt- Tour Sie auf Wege zwischen Historie und Moderne in den Städten Siegen, Freudenberg und Hilchenbach. Folgen Sie den Spuren des einflussreichen Adelshauses derer von Nassau-Oranien, die den Grundstock für eine besondere regionale Kunsthistorie gelegt haben. Kunstmuseen erster Güte, Ateliers und Galerien, die moderne und experimentielle Kunst zeigen, Kunstaktionen, die sich sehen lassen können, öffnen die Türen zwischen Historie und Moderne. GangArt auf der Oranierroute: ...
Auf einem regionalen Weg der bekannten Oranierroute führt unsere GangArt- Tour Sie auf Wege zwischen Historie und Moderne in den Städten Siegen, Freudenberg und Hilchenbach. Folgen Sie den Spuren des einflussreichen Adelshauses derer von Nassau-Oranien, die den Grundstock für eine besondere regionale Kunsthistorie gelegt haben. Kunstmuseen erster Güte, Ateliers und Galerien, die moderne und experimentielle Kunst zeigen, Kunstaktionen, die sich sehen lassen können, öffnen die Türen zwischen Historie und Moderne.
GangArt auf der Oranierroute: Kunst - Geschichte - Kunstgeschichte
Die Oranierroute führt durch Städte und Regionen der Niederlande und Deutschland, die dem Haus Oranien-Nassau seit Jahrhunderten verbunden sind. Falls Sie mehr über den Verlauf der überregionalen Oranierroute wissen möchten und ihre Reise weiter gehen sollte, finden Sie unter www.oranierroute.de mehr dazu.
Und wenn sich die Augen mal erholen müssen und der Magen was zu tun haben möchte, dann können Sie in einer kulinarischen Kunstpause regionale Küche genießen.
DER VERLAUF DER GangArt-ORANIERROUTE
1. Station: Siegen - die Rubensstadt: In der Rubensstadt Siegen auf den Spuren von Rubens und seinen Erben
Unsere kleine GangArt-Geschichte
Erstmal möchten wir Ihnen hier eine kleine pikante und zugleich tragische Geschichte erzählen, die sich zwar im 16. Jahrhundert ereignet hat, deren Auswirkungen die Stadt Siegen aber heute noch spürt:
Wilhelm I., Prinz von Oranien, Graf von Nassau (genannt "Der Schweiger"), Begründer der niederländischen Unabhängigkeit, ist quasi schuld daran, dass der berühmte Barockmaler Peter Paul Rubens im Jahre 1577 in Siegen das Licht der Welt entdeckt hat. Eigentlich wollte der kämpferische Wilhelm "nur" seine im Oberen Schloss residierende unliebsame Ehefrau Anna von Sachsen loswerden und - so munkelt man - schob ihr daher eine uneheliche Schwangerschaft unter. Die Hochzeit war keine Liebesheirat, denn Wilhelm war wohl eher machtpolitischem Kalkül denn Annas sprödem Charme erlegen: Die Protestantin Anna von Sachsen brachte das nötige Kleingeld mit, das der Schweiger für seinen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande gegen Spanien benötigte. Zudem konnte sich der katholische Wilhelm so die Gunst der protestantischen Fürsten sichern.
Jan Rubens aus Köln, Annas Rechtsanwalt und Berater, galt als der mutmaßliche Vater des Kindes. Jedoch gestand Jan Rubens erst unter Folter seinen "Fehltritt". Anna von Sachsen gab nach, als ihr mit der Hinrichtung ihres angeblichen Liebhabers gedroht wurde. Anna wurde regelrecht weggesperrt, versank in Depressionen und verstarb einsam kurz vor ihrem 33. Geburtstag in ihrem "privaten Kerker" in Dresden.
Jan Rubens musste für sein Vergehen eine Haftstrafe zunächst in der Dillenburg, anschließend im sozusagen offenen Vollzug in Siegen verbüsen. Dann allerdings gemeinsam mit seiner Frau, die während dieser Zeit Peter Paul zur Welt brachte.
GangArt-Wege durch Siegen: Von Barock zur Modernen Kunst
In Siegen ist die weite Brücke zwischen Rubens und moderner Kunst in nur wenigen Schritten zu bewältigen, denn seit Peter Paul Rubens hat sich in der Oranierstadt Siegen eine rege, moderne und professionelle Kunstszene herausprofiliert und etabliert.
Angefangen vom Museum für Gegenwartskunst, über unzählige Ateliers bis hin zu hochwertigen Kunstaktionen und Veranstaltungen: hier finden Sie alles Erdenkliche undenkbar nah beieinander.
Und wenn Sie sich beeilen, können Sie in nur einem Tag regionale und überregional bekannte Kunst und Künstler sehen und erleben - aber lassen Sie sich lieber mehr Zeit.
Wir präsentieren Ihr hier lediglich eine kleine Auswahl an Kunstorten entlang eines Hauptweges, der auch in einem Tag zu schaffen ist. Natürlich bleibt es Ihnen unbenommen, auch weitere Galerien in der Stadt zu besichtigen.
Ganz den Nassau-Oraniern verpflichtet, starten wir unsere GangArt im Oberen Schloss, dem Stammsitz der Nassauer, später der katholischen Linie Nassau - Oranien. Im Museum ist unter anderem eine reichhaltige Bildersammlung der Mitglieder des Hauses Nassau-Siegen aus dem 16. bis 18. Jahrhunderts zu finden. Besonders hervorzuheben ist die Rubensgalerie, wo Sie neun Gemälde des weltberühmten flämischen Barockmalers Peter Paul Rubens bewundern können.
Nach einer kleinen Stärkung in den Schlossstuben oder in einem netten Ambiente-Café im Marburger Tor können Sie den Abstieg durch die Oberstadt wagen: Werfen Sie auf alle Fälle einen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, dem von Johann Moritz zu Nassau-Siegen gestifteten „Krönchen“ auf der Nikolaikirche , einer Meisterleistung regionaler Goldschmiedekunst aus dem 17. Jh..
In der der Städtischen Galerie „Haus Seel“ , die sich übrigens gegenüber dem Rathaus mit der der Tourismusinformation befindet, veranstaltet der u. a. renommierte Kunstverein Siegen regelmäßig hochwertige Ausstellungen mit regionalen Künstlern.
Mit dem über die Region hinweg bekannten Museum für Gegenwartskunst Siegen erleben Sie das nächste Highlight der Siegener Kunstszene. Neben Werken international bekannter Rubenspreisträger sind Wechselausstellungen von Künstler aus aller Welt zu sehen.
Im Museumscafé können Sie dann gerne noch mal durchschnaufen, bevor es weiter zum Unteren Schloss geht, das direkt neben dem Museum gelegen ist. Das Untere Schloss war der Sitz der evangelischen Linie derer zu Nassau-Siegen. Hier in der in die Schlossanlage eingebeteten Fürstengruft hat der weitgereiste Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen (gen. „Der Brasilianer“) seine letzte Ruhestätte gefunden (nur zu bestimmten Anlässen zu besichtigen).
Nach einem Abstecher zum ältesten Sakralanlage der Stadt, der Martinikirche (erstmalige urkundliche Erwähnung 1311) führt der Weg zur letzten Station unseres kleinen Rundgangs, zur Art Galerie Siegen in der Nähe des Bahnhofes, in der regelmäßig regionale, nationale und internationale Positionen zeitgenössischer Kunst präsentiert werden.
Zum Abschluss haben Sie sich wirklich eine Kunstpause mit Rubenstorte, einer Krombacherpraline oder einer anderen süßen Leckerei verdient – im Café Naschwerk am Bahnhof finden Sie die Gelegenheit, ihren Blutzuckerspiegel bei einer Tasse Kaffee wieder auszugleichen.
Ansprechpartner für Besucher:
Touristik-Information der Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen e.V.: www.gss-siegen.de
2. Station: Freudenberg - der "Alte Flecken
Nach Freudenberg, einer der schönsten historischen Altstädte in Südwestfalen gelangen Sie per Rad oder auf Schusters Rappen über die Oranierroute oder auf dem Jakobspilgerweg. Der "Alte Flecken" - so wird hier die Altstadt liebevoll genannt - bietet Raum für außergewöhnliche temporäre Kunstaktionen. In Freudenberg werden beständige Baukultur und Denkmalpflege geschickt und treffend mit quierligen Kunstszenarien verbunden.
Der Freudenberger „alte Flecken“ mit seinen typischen Fachwerkhäusern ist eine schöne historische Altstadt im Siegerland und trägt das Prädikat „Baudenkmal von internationaler Bedeutung" nicht ohne Grund.
Unsere kleine GangArt-Geschichte
Nach zwei heftigen Feuerbrünsten ließ Wilhelm der Reiche, Graf von Nassau (-Katzenelnbogen), im Jahre 1540 die gesamte Stadt in einem Renaissancegrundriss neu planen.
Wilhelms Großvater mütterlicherseits, der hessische Landgrafen Heinrich III., hat mit seiner angetrauten Ehegattin Anna von Katzenelnbogen die ansehnliche Grafschaft Katzenelnbogen „geehelicht“ und sich somit den Beinamen „der Reiche“ gesichert. Nach einer wiederholten Feuersbrunst im 17. Jahrhundert wurde der Flecken von Johann Fürst von Nassau-Siegen gen. "der Brasilianer" - ein weitgereister, weltgewandter und vielbeschäftigter Mann - in einheitlicher Fachwerkbauweise auf den weitgehend unveränderten Grundrissen von 1540 wieder aufgebaut.
Ansprechpartner für Besucher:
Kultur- und Touristikbüro / Verkehrsverein: www.freudenberg-tourist.de/
3. Station: Kreuztal - Kulturbahn - der Kunstknotenpunkt
Kreuztal war "schon immer" ein Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich seit jeher alte Handelswege wie sich hier auch heute noch die Verkehrswege kreuzen.
Kurzum: an Kreuztal kommen Sie eigentlich nicht so einfach vorbei!
Ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, dem Kreuztaler Bahnhof, hat sich mittlerweile zu einem Kulturbahnhof gemausert. Der bekannte Künstler Ulrich Langenbach hat hier ein Ausstellungsforum eingerichtet, das auch diejenigen in den Bahnhof zieht, die gerade keine Zugreise unternehmen möchten: www.kulturbahnhof-kreuztal.de
Rund um die Jugendstilvillen in "Dreslers Park" finden regelmäßig Kunst- und Kulturveranstaltungen statt: www.kreuztal-kultur.de/dresler...
Wenn Sie mehr über Kreuztal wissen möchten, dann schauen Sie doch auf der Homepage der Stadt Kreuztal: www.kreuztal.de vorbei.
4. Station: Hilchenbach - Grenzstadt am Rothaarsteig
Unsere kleine GangArt-Geschichte
Hier in Hilchenbach, der Grenzstadt am Rothaarsteig, treffen wir ihn wieder: Graf Wil-helm, genannt der Schweiger, derjenige, der seine Frau der Untreue mit Jan Rubens bezichtigt hatte. Obwohl sein Vater Wilhelm der Reiche sich zum Lutheranertum bekannt hatte, wurde Wilhelm der Schweiger in den Niederlanden römisch-katholisch erzogen – als Deal mit dem Kaiser Karl V., der Wilhelm dem Schweiger dafür die südfranzösische Provinz Orange als Erbe zusicherte. Später wechselte der Schweiger jedoch zum calvi-nistischen Glauben über.
Der Beiname „Der Schweiger“ rührte nicht von Wortkargheit her, auch wenn man vermu-ten könnte, dass Wilhelm I. von Nassau-Oranien eher ein Mann der Taten gewesen ist: er war Berater von Karl V. am Habsburger Hofe, Statthalter von mehreren niederländischen Provinzen und hatte darüber hinaus seine zerstreut liegenden Herrschaftsgebiete zu ver-walten (und zu vermehren). Zudem überragte sein Kinderreichtum den seines Vaters, denn er hatte 16 Kinder von vier Ehefrauen.
Wilhelm wurde von seinen Zeitgenossen aufgrund seines diplomatischen Schwankens zwischen dem Habsburger Thronfolger Philipp II. und den niederländischen Adligen, denen Philipp II. traditionelle Freiheiten entzogen hatte, spöttisch „Der Schweiger“ genannt.
Letztendlich entschloss sich Wilhelm doch, in einem blutigen Unabhängigkeitskrieg die niederländischen Provinzen von Spanien zu befreien. An der im 12. Jahrhundert als Grenzfeste gebauten Ginsburg bei Hilchenbach zog er 1568 seine Truppen für seinen niederländischen Unabhängigkeitskrieg zusammen. Gewiss unter Murren und Knurren der Siegerländer, denn die Region hatte finanziell schwer an dem Krieg zu tragen.
Wilhelm I. überstand mehrere Kämpfe, sein Tod war allerdings weniger glanzreich: Am 10. Juli 1584 wurde „Der Schweiger“ in Delft von einem katholischen Fanatiker ermordet – nachdem Philipp II. ein Kopfgeld auf seinen erbitterten Gegner ausgesetzt hatte.
Einen Überblick über Aktionen und Veranstaltungen in Hilchenbach finden Sie unter: www.hilchenbach.de
Den detailierten Verlauf der Oranierroute finden Sie im Radführer "Oranierroute", der beim Touristikverband Siegerland-Wittgenstein e.V. erhältlich ist:
E-Mail: tvsw@siegen-wittgenstein.de,
www.siegen-wittgenstein-tourismus.de
Foto: Museum für Gegenwartskunst Siegen, Roman Mensing
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