Der große Klangkörper der Folkwang Universität der Künste präsentiert sich mit Werken von Olivier Messiaen (1908–1992), Édouard Lalo (1823–1892) und Modest Mussorgsky (1839–1881). Die Leitung der beiden Konzerte am 26. und 27. Juni um 19.30 Uhr in der Neuen Aula am Campus Essen-Werden hat Gastdirigent Sebastian Tewinkel, der national wie international zahlreiche Orchester dirigierte und neben seiner Lehrtätigkeit unter anderem Generalmusikdirigent und Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie war.
Den Auftakt bildet Olivier Messiaens „Un Vitrail et des Oiseaux“ (1986). Inspiriert von Natur und Spiritualität entfaltet Messiaen eine vielschichtige Klangarchitektur. Mit dem Konzert für Violoncello und Orchester d-Moll (1876) von Édouard Lalo folgt ein Werk, das die Ausdrucksmöglichkeiten des Violoncellos in den Mittelpunkt stellt. Als Solist ist Bonian Tian zu erleben. Der Musiker ist seit dem Wintersemester 2025|26 Professur für Violoncello an Folkwang und bestreitet mit diesem Auftritt sein Antrittskonzert. Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildet Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ (1874) in der Orchesterfassung – ein Meilenstein der Programmmusik. In eindrucksvollen Klangbildern entfaltet sich ein musikalischer Rundgang durch eine imaginäre Galerie.
Die Konzerte von Folkwang SYMPHONY finden statt am 26. und 27. Juni jeweils um 19.30 Uhr in der Neuen Aula am Campus Essen-Werden. Vor dem Konzert findet um 18.30 Uhr eine Einführung im Kammermusiksaal statt (Eintritt frei).
Karten sind zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 8 Euro) über die Folkwang Kartenhotline unter 0201_4903-231, per Mail unter karten@folkwang-uni.de sowie an der Abendkasse erhältlich. Schüler*innen erhalten bei Vorlage ihres Schulausweises freien Eintritt zu den Veranstaltungen der Hochschule.
Zu Sebastian Tewinkel
Der aus Unna stammende Sebastian Tewinkel studierte zunächst Schulmusik in Hannover und anschließend Dirigieren bei Thomas Ungar an der Stuttgarter Musikhochschule. Nach seinem Studium gewann Tewinkel gleich zwei wichtige Wettbewerbe: Im Jahr 2000 erhielt er den 1. (und einzigen vergebenen) Preis beim Internationalen Dirigierwettbewerb der Stiftung Fundação Oriente in Lissabon und 2001 den Bad Homburger Dirigentenpreis.
Sebastian Tewinkel stand als Gast für Konzerte, CD- und Rundfunkproduktionen am Pult zahlreicher Orchester: Er leitete u. a. das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bamberger Symphoniker, die Münchner Philharmoniker, die NDR Radiophilharmonie Hannover sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR. Im Ausland dirigierte er das Orquestra Metropolitana de Lisboa, das Saint Petersburg Academic Symphony Orchestra und das Iceland Symphony Orchestra. Außerdem ist er wiederholt zum Christchurch Symphony Orchestra, zum Hamamatsu Philharmonic Orchestra sowie zum Orquesta Ciudad de Granada eingeladen worden. Im Bereich des Musiktheaters leitete Tewinkel u. a. Mozarts „Le Nozze di Figaro“ am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, die „Zauberflöte“ in Würzburg, eine Neuproduktion der „Fairy Queen“ von Henry Purcell am Landestheater in Bregenz sowie Wagners „Tannhäuser“ am Theater Hagen. Von 2002 bis 2013 wirkte Sebastian Tewinkel als Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim und von 2009 bis 2015 der Kammerphilharmonie Graubünden in Chur. Seit dem Wintersemester 2010|11 ist er außerdem Professor für Orchesterleitung an der Hochschule für Musik Trossingen. 2012 erhielt er den Echo-Klassik für die Sony Classical-Produktion von Cellokonzerten von Dvořák und Saint-Saëns mit Maximilian Hornung und den Bamberger Symphonikern. Seine letzten bedeutenden Debuts umfassen das Nationaltheater-Orchester Mannheim, das SWR Symphonieorchester sowie das Orquesta Filarmónica de Bogotá. Er engagiert sich außerdem für den künstlerischen Nachwuchs und ist seit 2018 Chefdirigent des Landesjugendorchesters Nordrhein-Westfalen; die Landesjugendorchester in Bayern und Baden-Württemberg hat er ebenfalls schon geleitet.
Von 2015 bis 2023 war Sebastian Tewinkel GMD und Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie. Seit September 2019 ist er künstlerischer Leiter des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau.
Zu Prof. Bonian Tian
Bonian Tian, in China geboren, ist seit 2010 Solo-Cellist im Gürzenich Orchester Köln. Als Solist trat er bereits mit dem China Philharmonic Orchestra, dem Zagreb Philharmonic Orchestra, dem Latvian National Symphony Orchestra, dem National Symphony Orchestra (Taiwan), dem Shanghai Symphony Orchestra und dem Orchestre National du Capitole de Toulouse auf. Celloabende gab er in der Berliner Philharmonie, im Wiener Musikverein, in der Tivoli Concert Hall in Kopenhagen, im Seoul Arts Centre und im Rahmen einer Privataudienz bei Königin Margrethe II. von Dänemark. Er spielt außerdem regelmäßig beim Schleswig-Holstein Musik Festival und Rheingau Musik Festival. Bonian Tian gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe wie den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb für Junge Musiker*innen, die International Karl Davidov Cello Competition, die George Enescu International Competition, die International Cello Competition Antonio Janigro und den Internationalen Cellowettbewerb André Navarra. Er hat langjährige Unterrichtserfahrung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main und ist Gastprofessor am Central Conservatory of Music (Beijing) sowie am Zhejiang Conservatory of Music. Im Jahr 2023 wurde er zum Professor für Violoncello an der Stella Vorarlberg Hochschule für Musik berufen. Seit dem Wintersemester 2025|26 ist Bonian Tian Professor für Violoncello an Folkwang.