In einem der Schulgebäude der Deutschen Schule London entstand Ende des 18. Jahrhunderts die ursprünglichen „Beggar`s Opera“ von John Gay und Christopher Pepusch (die Vorlage der „Dreigroschenoper“). Von 1980 bis 1984 ging Tini Prüfert (Jahrgang 1974) genau dort in die Grundschule und stand in dieser theatergeprägten Umgebung auch das allererste Mal auf der Bühne: Als Zwerg in „Schneewittchen“. 1984 ...
In einem der Schulgebäude der Deutschen Schule London entstand Ende des 18. Jahrhunderts die ursprünglichen „Beggar`s Opera“ von John Gay und Christopher Pepusch (die Vorlage der „Dreigroschenoper“). Von 1980 bis 1984 ging Tini Prüfert (Jahrgang 1974) genau dort in die Grundschule und stand in dieser theatergeprägten Umgebung auch das allererste Mal auf der Bühne: Als Zwerg in „Schneewittchen“. 1984 zog sie mit ihrer Familie nach Ahrensburg bei Hamburg, wo sie bis zum Abitur lebte. „Ins Theater haben mich meine Eltern von klein auf immer mitgenommen“, erzählt sie, und selber gespielt habe ich in der Theater-AG der Schule und im Jungen Theater Ahrensburg, mit fünfzehn wurde ich dann Mitglied im ,Thalia Treffpunkt, dem Jugendclub des Thalia Theater in Hamburg, ab da war ich ‚infiziert’.“ Nach der Schule begann Tini Prüfert erst ein Jurastudium, aber bereits ein Jahr später, 1994, nahm sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg ihre vierjährige Schauspielausbildung auf. Gleichzeitig bildete sie auch ihre Stimme weiter, nahm Gesangsunterricht an der Hochschule und absolvierte einen einjährigen Kontaktstudiengang Popularmusik. Nach Abschluss der Ausbildung arbeitete sie zunächst hauptsächlich für das Fernsehen: Sie drehte die ZDF-Serie „Zwei Männer am Herd“ und war in Gast- und Episodenrollen in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen, ehe sie 1999, nach einem halbjährigen Paris-Aufenthalt ihr erstes festes Engagement an den Westfälischen Kammerspielen Paderborn antrat. Die „Junge Frau“ in Harrowers „Messer in Hennen“ war dort ihre erste große Arbeit. Eineinhalb Jahre später verließ sie das Paderborner Ensemble, um frei zu arbeiten: Sie spielte unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, den Hamburger Kammerspielen, dem Stadttheater Bern, dem Tiroler Landestheater Innsbruck, dem Gostner Hoftheater Nürnberg und dem Theater Baden-Baden. „Wichtige Arbeiten in dieser Zeit waren „Das Muschelessen“ nach Birgit Vanderbekes gleichnamigen Roman in der Regie von Hanna Rudolph in Hamburg und Shakespeares Julia in der Inszenierung von Claudia Brier am Stadttheater Bern. Beide Regisseurinnen habe ich während meiner Studienzeit in Hamburg kennen- und schätzen gelernt.“ Neben dem Schauspiel war Musik immer fester Bestandteil ihrer Arbeit: Zusammen mit Ferdinand von Seebach (zeitweise erweitert um Andreas Henze und Martin Engelbach) hat sie Chansonprogramme erarbeitet und aufgeführt (unter anderem im Grünen Salon Berlin, Kampnagel Hamburg, den Hamburger Kammerspielen und dem Theater Kiel). Seit der Spielzeit 2007/2008 ist Tini Prüfert fest am Rheinischen Landestheater Neuss engagiert. „Mir ist eine Kontinuität mit Kollegen und auch mit Regisseuren wichtig, deshalb freue ich mich auf die Arbeit hier in Neuss.“ Und einen Lieblingsort in Neuss hatte sie von Anfang an: „Meine Wohnung! Ich brauche einen Rückzugsort, einen schönen Ort, der mir wohltut.“ Aktuell ist Tini Prüfert in folgenden Inszenierungen zu sehen:
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