Gazette Neue Musik in NRW - Ausgabe Mai 2026
Gewesen: Festival Orbit in Köln – Wittener Tage für Neue Kammermusik
Angekündigt: Eigenzeit in Duisburg – Tage für Neue Musik in Bochum – Klangzeit_Werkstatt in Münster – Opernpremieren in Aachen, Köln und Dortmund u.v.a.m.
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[Festival Orbit in Köln]
Am letzten Aprilwochenende hatten Fans zeitgenössischer Musik die Qual der Wahl. Während die Tage für Neue Kammermusik in alter Tradition nach Witten lockten, ging in Köln Orbit, das Festival für neues Musiktheater, über die Bühne. Als langjährige Wittenbesucherin habe ich nicht lange überlegt, aber mit Bedauern. Denn angesichts der Tatsache, das experimentelle Ansätze es an den großen Opernhäusern immer schwerer haben, ist ein Festival wie Orbit Gold wert. Das von Christina C. Messner und Sandra Reitmayer kuratierte Festival geht – nach Spark 2022 und Orbit 2024 – bereits in die dritte Runde und hatte diesmal sieben Produktionen im Gepäck.
Immerhin konnte ich den Auftakt am 23.4. mit einer Aufführung von Gefängnis ohne Mauern, Schiff ohne Meer miterleben. Philipp C. Mayer beschäftigt sich in seinen Tablaux Morts mit Jean Genet, einem französischen Schriftsteller, der die kulturelle Szene – von Cocteau bis Sartre wurde er geschätzt und gefördert – nicht zuletzt wegen seiner aufwühlenden Biographie faszinierte. Als Fürsorgezögling, Militärangehöriger, Homosexueller und Krimineller (Diebstahl, Landstreicherei, Desertion) verfügte er über Street-Credibility wie kein zweiter, hatte mit seiner bildreichen Sprache aber auch literarisch einiges zu bieten. Ausgehend von seinen persönlichen Erfahrungen befasste Genet sich oft auf direkte und drastische Weise mit Themen wie Sexualität und Gewalt, Fassbinder ließ sich von einem seiner Romane zu seinem Film Querelle inspirieren. Im Vergleich dazu nähert sich Mayer seinem Protagonisten auf zurückhaltende Weise, vieles bleibt Andeutung, Geste, will zwischen den Zeilen gelesen werden. Schon beim Betreten des Saales sehen wir die Musiker und Musikerinnen des Ensemble Garage in schwer deutbare Handlungen vertieft. Wir sehen sie falten, reiben, wischen und lecken, als folgten sie selbstversunken einem zwanghaften Ritual. Max Kurth als Sprecher bringt das Geschehen in Gang, doch in seiner unprätentiösen Art ist er gerade kein Genetwiedergänger, sondern bleibt auf eigenwillige Weise ungreifbar. Von Zwischentiteln werden wir durch die einzelnen Szenen geleitet, die auf Genets Leben und Werk Bezug nehmen und sich in der Regie von Miriam Götz und dem Bühnenbild von Jan Patrick Brandt zu einprägsamen Bildern verdichten. Ein beleuchteter Quader, in dem Kurth die Wände abtastend nach einem Ausweg sucht, während er seine Erlebnisse in der Erziehungsanstalt Mettray schildert, wirkt transparent und hermetisch zugleich, wie das titelgebende Gefängnis ohne Mauern. Dazu erklingt eine fragmentierte, geräuschhafte Musik, eine Musik auf der Suche, die sich manchmal zwitschernd und schnatternd verdichtet und dann wieder verliert. Neben dem im Hintergrund erhöht postierten Leuchtkasten wird die Bühne von vier großen Leuchtgloben bestimmt, die flexibel eingesetzt werden. Die auf sie projizierten, übergroßen, verzerrten Gesichter des Protagonisten verweisen auf die Vielfalt und die Ungreifbarkeit der eigenen Identität. In einer Szene, in der Genet von Journalisten befragt wird, dienen sie diesen als Köpfe. So scheint jeder in seiner Welt gefangen und Verständigung und Verständnis unmöglich. Genets vagabundierender Fantasie folgen wir in seiner Imagination eines Toilettenhäuschens, dessen Verwesungsgerüche intensive Kindheitserinnerungen aufrufen und das schließlich zu einem Beichtstuhl mutiert, während schrille Sirenenklänge und kurze Steicher- und Bläserfloskeln Akzente setzten. Als der Protagonist die Liebe zu einem Mörder beschwört, bäumt sich die Musik kurzzeitig auf, verknäult sich zu einem schmerzhaften Chaos, um dann einem Monolog in aller Stille Raum zu geben. Er handelt von Harcamone, einer Figur aus Genets Roman Wunder der Rose. Der auf seine Hinrichtung wartende Mörder wird zur übergroßen, mythischen Gestalt. Seine Richter und Henker dringen in seinen Körper ein, erreichen die Herzkammer, deren mystische Rose sie in einem Rausch der Entweihung zerpflücken – und können ihm doch nichts anhaben. Nach dieser überbordenden Vision lebt er in den Trümmern weiter, die in zarten Klanggesten verebben.
[Wittener Tage für Neue Kammermusik]
Seit November 2025 hat der WDR nach dem kurzen Gastspiel von Patrick Hahn mit Anselm Cybinski einen neuen Redakteur für zeitgenössische Musik. Bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik konnte er sich einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen, das Programm selbst war jedoch aufgrund der langen Vorlaufzeiten noch von seinem Vorgänger konzipiert worden. 2025 hatte Hahn mit neuen Formaten und neuen Gesichtern einiges ausprobiert (was an sich begrüßenswert ist), war jedoch weitgehend gescheitert. Zu beliebig, zu trashig, zu viel Entertainment und Eskapismus lauteten die Vorwürfe, das Wittener Publikum war überwiegend not amused und man wähnte schon das Ende der Neuen Musik gekommen. Beim Blick ins diesjährige Programmheft entstand der Eindruck einer Kehrtwende um 180°. Mit Klangforum Wien, Basel Sinfonietta, Quatuor Diotima, IRCAM und SWR Experimentalstudio waren große Namen der traditionellen Neue Musik-Szene vertreten und mit dem Motto ‚Gegenwart. Unentrinnbar‘ schien zugleich eine neue Ernsthaftigkeit Einzug zu halten. Die diesjährige Portraitkomponistin Chaya Czernowin war hierfür eine geeignete Protagonistin, denn aufgrund ihres biographischen Hintergrundes (geboren in Israel, aktuell Professorin in Harvard) kann sie der Gegenwart tatsächlich nicht entrinnen und sie ist bereit, klare Worte zu wählen. Obwohl ihrem Heimatland verbunden, übt sie deutliche Kritik an der Regierung Netanjahu und schreckt vor der Nennung Gazas und der durch israelische Militäraktionen verursachten Opfer nicht zurück. Ihre Haltung spiegelt sich auch in ihren Werken, am offensichtlichsten in No! A Lament for the Innocent, das im Konzert mit dem WDR Sinfonieorchester in einer Version mit Zuspielband zur Aufführung kam und auf die Kindertrennungen unter Trump Bezug nimmt. In einem langen Prozess entwickelt die Stimme (Sofia Jernberg) aus einem zunächst diffusen Laut und unter Einbindung von Atemgeräuschen, die durch Mikrofonierung wie vergrößert wirken, ein ‚No!‘, das sich schließlich in einem Schrei artikuliert und erst ganz zum Schluss in den Satz ‚Don‘t take my child away’ mündet. Dieser Prozess wird durch eine aufwühlende, düster-bedrohliche Klangsprache des Orchesters dramatisch aufgeladen und durch die Zuspielung gespiegelt und in den Raum projiziert. Das Werk ist dadurch ein eindrucksvolles Beispiel für die schwierige Gratwanderung zwischen dem Wunsch nach emotionaler Direktheit und der Gefahr der pathetischen Überhöhung. Das Zusammenwirken von Live-Musik und Elektronik ist auch für zwei weitere ihrer Werke konstitutiv. In Shu Hai Practices Javelin wird die Altistin Noa Frenkel in einer eindringlichen Solo-Performance von ihrer eigenen Stimme heimgesucht. Als handele es sich um eine dissoziative Persönlichkeit durchläuft sie lockend, klagend, teils abrupt wechselnd, unterschiedliche Emotionszustände, die zusätzlich elektronisch reflektiert und vervielfältigt werden. In Seltene Erde: Alchimia Communicationis tritt der Kontrabass (Evan Hulbert) in Dialog mit seinem vom Band zugespielten Alter Ego und mit dem Ensemble (Klangforum Wien). Das Ergebnis ist ein aufwühlender, kontrastreicher Prozess, der aus den Tiefen des Klangraums aufsteigend phasenweise fast versiegt und schließlich in eine apokalyptische Stimmung mündet.
Bei ihrem neuen Werk The Redheaded Man, einem gemeinsam mit dem Ensemble hand werk erarbeiteten Musiktheater, schlüpfte Czernowin erstmals in die Rolle der Regisseurin. Zugrunde liegen kurze Texte von Daniil Charms, die in ihrer nüchternen Absurdität die Verrücktheit der Welt abbilden: ein sich in Nichts auflösender Mann, über den man nicht einmal mehr sprechen kann, ein anderer, der schlafen will, aber nicht kann, jedenfalls nicht so wie geplant; selbst die Mathematik hat ihre Verbindlichkeit verloren. Dazu sehen wir Personen auf der Durchreise, Koffer, Abschiedsszenen, die Lichter einer Lok richten sich grell ins Publikum und Dampf drückt die Beteiligten wie bei einem Gasangriff zu Boden. Die gesprochenen Texte, die szenische Umsetzung und die musikalischen Passagen führen ein gewisses Eigenleben und spiegeln so gleichfalls die Disparatheit einer Welt, der man bestenfalls noch mit Humor begegnen kann. Die Mitglieder des Ensemble hand werk waren mit Engagement bei der Sache und entgingen trotzdem nicht einem Grundproblem derartiger Unternehmungen: Musiker und Musikerinnen sind von Haus aus keine Schauspieler und Schauspielerinnen und Komponistinnen keine Regisseurinnen. Die Aufführung wirkte dadurch stellenweise etwas unausgegoren.
Im Konzert mit dem Klangforum Wien kam auch ein neues Werk von Márton Illlés zur Aufführung. Four Sketches hebt an mit einem überbordenden Wimmern, Fiepen, Schnattern, Meckern und Plappern, als habe man sich in eine wahnwitzige Menagerie verirrt. Nach einer Phase der Beruhigung, in der gedehnte Klänge wie Kometen durch den Raum huschen, kehrt die anfängliche Quecksílbrigkeit zurück. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Live-Elektronik (IRCAM), die nicht als Fremdkörper wirkt, sondern die Klänge organisch erweitert und mit ihnen verschmilzt. Trotz einer gewissen Überlänge ein gelungenes Stück.
Weniger überzeugend waren die Konzerte der beiden anderen großen Formationen. Die Basel Sinfonietta hatte unter der Leitung von Titus Engel deutsche Erstaufführungen im Gepäck. In Amen Feizabadis Ungezähmter Fluss wird Noa Frenkels warme, deklamierende Altstimme von hochaufschäumenden Orchesterwogen, rhythmischen Attacken und gelegentlich raunender Stille untermalt und Golfam Khayam versinkt in Seven Valleys of Love gänzlich in sentimental schwelgendem Geigensound.
Das WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Yalda Zamani brachte neben Czernowins No! Two Pieces for Orchestra and Electronics von Øyvind Torvund zur Aufführung, in dem er Versatzstücke der romantischen Orchestersprache immer wieder anbranden und sich totlaufen lässt. Dazu blubbert es aus den Lautsprechern. Ich hielt dies zunächst für ein ironisches Statement, was noch ganz witzig gewesen wäre, aber mein Sitznachbar meinte, ich solle mir da nicht so sicher sein. Mit Dai Fujikuras Ritual, das er als Anti-Boulez-Stück konzipiert hat, konnten wir uns immerhin von der Romantik bis zum Impressionismus vorarbeiten.
Interessanter fand ich die kammermusikalischen Beiträge, denen die Wittener Tage immerhin ihren Namen verdanken. Das Quatuor Diotima hob neue Steichquartette von Dmitri Kourlianski und Christian Mason aus der Taufe. Kourlianski befasst sirch in Partially Restored Landscapes mit kodierten Radiosignalen und übersetzt sie in ein klar konturiertes Muster, das leicht variiert wiederholt wird. Schnell glaubt man das Prinzip erkannt zu haben, als ein anfangs noch kaum greifbares Murmeln für Irritation sorgt. Die Musiker scheinen wie Bauchredner aus ihren Instrumenten zu sprechen und das eben noch so überschaubare Feld wird zu einer individuell aufgeladenen Landschaft, die sich dem eindeutigen Zugriff entzieht. Mason verwendet in Towards a not yet remembered past Musik seiner mittelalterlichen Lieblingskomponisten als ‚Möglichkeitskeime‘. Was als interessantes Spiel aus sanft anbrandenden Harmonien, abrupten Schnitten, harschen Rhythmen, eleganten melodischen Linien und virtuosen Ausbrüchen beginnt, endet jedoch, nachdem die Ecken und Kanten rasch abgeschliffen sind, in allzu konventionellen Bahnen.
Das Trio Abstrakt benötigt für Alberto Posadas Werk Kintsukuroi ein umfangreiches Equipment, zu dem unter anderem eigenwillige Styroporkonstruktionen gehören. Dabei ist die zugrundeliegende Idee ganz schlicht: Kintsukuroi bedeutet ‚mit Gold reparieren‘ und bezeichnet eine japanische Technik, bei der beschädigte Keramik mit kostbaren Materialien wie Gold oder Silber repariert wird. Die Schadstelle wird dadurch anstatt kaschiert sichtbar gemacht und die Objekte erhalten Individualität und eine besondere Wertigkeit. Posada verbindet mit viel Erfindungsreichtum die ‚edlen‘ Instrumente mit Alltagsgegenständen, erliegt jedoch nicht dem Überfluss der Möglichkeiten sondern konzentriert sich auf die einzelnen Klänge, die er gewissermaßen unter die Lupe nimmt. Zu beobachten, wie die drei Musizierenden in präziser Abstimmung und hochkonzentriert daraus eine fragile, sensibel interagierende, sich langsam wandelnde Klanglandschaft gestalten, macht einfach Spaß. Ramon Lazkano bringt in Uher (baskisch für ‚trüb‘) das schon optisch imposante Bass-Saxofon zum Einsatz, das zu Beginn mit seinem dunklen, schwerfälligen Klang den Ton angibt. Durch das Klavier kommt die Musik zunächst in Fluss, gerät aber immer wieder ins Stocken, tastet sich vor und erkundet verschiedene Formen des Zusammenspiels ohne wirklich anzukommen. Günter Steinke arbeitet in Voltage mit kleinen zellulären Gebilden, die er durch den Einsatz von Live-Elektronik intensiviert und mikrotonal auffächert, droht sich jedoch in Kleinteiligkeit zu verlieren.
War das jetzt besser als 2025? Konnte das Ende der Neuen Musik noch einmal abgewendet werden? Gut ist, dass die Musik wieder mehr im Mittelpunkt stand und dass Fragen gestellt wurden. Welche Funktion Neue Musik haben kann und soll, wie sie’s mit der Politik hält, ob sie missionarisch die Welt beglücken und so viel Publikum wie möglich erreichen muss oder sich ohne schlechtes Gewissen auch mal in ihren Elfenbeinturm zurückziehen darf, wie viel Traditionsbezug erlaubt und bekömmlich ist und ob es Neues überhaupt noch gibt, wissen wir natürlich immer noch nicht. Erst recht nicht, welche Rolle neue Medien und die allgegenwärtige KI spielen und wie sich das Verhältnis der Generationen gestalten soll. Doch auch das ist gut, denn im Gegensatz zur Politik besteht das Privileg der Kunst darin, keine unmittelbar praktikablen Lösungen präsentieren zu müssen. Daher kann sie sich auch Scheitern und Sackgassen erlauben, vorausgesetzt sie bleibt nicht darin stecken.
[Termine im Mai]
Köln
Auch wenn das Achtbrücken-Festival im letzten Jahr zu Grabe getragen wurde, bringt die Philharmonie zum Monatsbeginn einen bunt gemischten Schwerpunkt mit zeitgenössischer Musik und hält auch noch eine Überraschung bereit: 2027 soll das Festival wieder auferstehen und mit dem Thema 'Stimmen' gibt es auch schon einen Fokus. Zum diesjährigen Auftakt ist das Ensemble Modern am 1.5. gemeinsam mit der senegalesischen Deggo Band als Liberation Orchestra of Inverted Traditions zu erleben. Weiter geht es mit der WDR-Reihe 'Musik der Zeit' am 2.5., einem Kinderkonzert mit dem Érma-Ensemble am 3.5., einem Abend über Schwarze weibliche Intimität mit dem Ensemble Resonanz und Akua Naru ebenfalls am 3.5., der Musikfabrik mit Uraufführungen von Alex Hren und Żaneta Rydzewska am 9.5., dem Gürzenich-Orchester mit Metacosmos von Anna Thorvaldsdottir am 10.5., 11.5. und 12.5. sowie der Basel Sinfonietta mit Archora von Thorvaldsdottir und einer deutschen Erstaufführung von Leo Dick ebenfalls am 10.5. Außerdem stellt das Studio Musikfabrik im Rahmen des Kölner Familienfestivals 'Sing! Sing! Sing!' am 14.5. einen Ausschnitt des Jugendfestivals für zeitgenössische Musik und Tanz 'Zett Emm' vor, das WDR-Sinfonieochester bringt am 16.5. Werke von Periklis Koukos und Minas Borboudakis zu Gehör, in der Reihe 'Rising Stars' widmen sich Álfheiður Erla Guðmundsdóttir und Kunal Lahiry am 17.5. dem Thema Migration, eine hochkarätige Besetzung mit Aimard, Widmann, Faust und Queyras ist am 19.5. zu erleben und das WDR Rundfunkorchester hebt am 29.5. ein Werk von Kristine Tjøgersen aus der Taufe (Folgeaufführung am 30.5.)
In der Kunststation Sankt Peter erwarten uns neben den Lunchkonzerten am 2., 9., 16., 23. und 30.5. die Feldman Nights am 8.5. und in der Hochschule für Musik und Tanz stehen die Oktett-Reihe am 4.5., ein Klassenabend mit Studierenden von Prof. Susanne Blumenthal am 12.5. und neue Musik für Blockflöte am 30.5. auf dem Programm. Beim Chamber Remix am 3.5. erwarten uns Izabela Kałduńska und The New Solarism, in der Reihe ‚soundings‘ ist der Komponist und Performer Ahmetcan Gökçeer am 7.5. in der Kunsthochschule für Medien zu Gast, am 10.5. hat Picture a Day like this, die neue Oper von George Benjamin, im Staatenhaus Premiere (zur Einstimmung kann man bereits am 6.5. eine öffentliche Probe besuchen), die Musikfabrik lädt am 11.5. zum Montagskonzert, am 15.5. wird die Kirche St. Gertrud zum Resonanzkörper einer außergewöhnlichen Klangperformance und die Plattform nicht dokumentierbarer Ereignisse präsentiert am 16.5. das Ensemble Limules, das sich nach dem Pfeilschwanzkrebs benannt hat. Ebenfalls am 16.5. findet ganztägig das grenzüberschreitende Festival Resonanz statt und auch beim zamus early music festival ist vom 21. bis 30.5. mit ungewöhnlichen Klängen zu rechnen. U.a. erkundet Christina C. Messner am 21.5. mit einer audio-visuellen Installation die Geschichte von Luzifers Sturz. Schließlich macht am 31.5. das Ensemble Consord mit seinem neuen Programm Utopie 1: Garten der Lüste in der Alten Feuerwache Station und im Stadtgarten erwartet uns neben den NICA-Artists am 21.5. und 25.5. der Klangkünstler Etienne Nillesen am 27.5.
Einblicke in die freie Szene bekommt man bei ON Cologne und Noies, der Zeitung für neue und experimentelle Musik in NRW, jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat wird die Ebertplatzpassage von der Reihe Bruitkasten bespielt, jeden 2. und 4. Dienstag im Monat sendet FUNKT ein Radioformat mit Elektronik und Klangkunst aus Köln und jeden letzten Mittwoch im Monat findet die Soirée Sonique im LTK4 statt. Fast täglich gibt es interessante Konzerte im Loft und weitere Termine und Infos finden sich bei kgnm, Musik in Köln und impakt sowie Veranstaltungen mit Jazz und improvisierter Musik bei Jazzstadt Köln.
Ruhrgebiet
Im Bochumer Kunstmuseum machen am 2.5. die Soundtrips NRW Station. Das andere Amerika steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Bochumer Tage für Neue Musik in der Melanchthonkirche. Zum Auftakt spielt das Ensemble Horizonte am 25.5. Musik von alten Bekannten wie Feldman, Rzewski und Crumb. Weiter geht es am 30.5. sowie im Juni.
In der Dortmunder Oper wird am 14.5. Sarah Nemtsovs neue Oper Wir nach dem gleichnamigen dystopische Roman von Jewgeni Samjatin aus der Taufe gehoben. Im Konzerthaus bringt das WDR Sinfonieorchester am 17.5. ein Werk von Periklis Koukos zur Aufführung, im domicil stehen The Dorf am 21.5. und Das Kondensat am 29.5. auf der Bühne und Simon Camatta und Laure Boer werden am 16.5. im mex erwartet.
Das Duisburger Festival Eigenzeit taucht vom 2. bis 22.5. tief in die indische Musik und Kultur ein kuratiert von Kamalini Mukherji, die auch selbst bei der Tagore Song Night mitwirkt. Im Lokal Harmonie ist am 9.5. Hilde zu Gast und der earport eröffnet seine neue Ausstellung mit Werken von Gerhard Losemann am 31.5. mit einem Performancekonzert.
In der Neue Musik Zentrale in Essen findet am 1.5. der treff13 mit Madison Greenstone statt, am 8.5. gibt es eine elektronische Performance mit dem Duo MSHR und am 12.5. wird die Improvisationreihe FRIM fortgesetzt. In der Folkwang Universität stehen ein Akusmatikkonzert am 5.5. und Vorlesungen in der Reihe ‚Ex Machina‘ am 7.5. und 26.5. auf dem Programm, Simon Camatta feiert am 20.5. im Rabbit Hole Theater seinen 50. Geburtstag mit Kaffee, Kuchen und Musik, der earport verabschiedet sich am 21.5. mit einem musikalisch-literarisch-performativen Konzert von der Musikbibliothek Essen und das Catinblack Ensemble überbringt am 22.5. im Veranstaltungsort Szene 10 Grüße From Baku with Love. Ebendort wird am 29.5. das Festival Blaues Rauschen eröffnet, das bis zum 12.6. das Ruhrgebiet mit digitalen Soundexperimenten, elektronischer Musik, Performance und Installationen beglückt.
Im Makroscope in Mülheim an der Ruhr wird am 14.5. die Reihe ‚Verstärker‘ fortgesetzt.
Düsseldorf
Anlässlich des 100. Geburtstags von György Kurtág befasst sich die Robert Schumann Hochschule in vier Lecture Concerts mit ‚Hungarian Roots‘. Zum Auftakt am 5.5. widmet sich Prof. Dr. Ulrich Mosch Kurtág und Bartók. Auch beim Salon Neue Musik am 8.5. steht Kurtág im Mittelpunkt. In der Tonhalle kommt am 10.5. der Stummfilm Abenteuer des Prinzen Achmed zur Aufführung. Für die Live-Musik sorgt das notabu.ensemble. Experimentelle improvisierte Musik kann man mehrmals im Monat im Subsol, dem Raum für creative Extravaganzen, erleben. Am 7.5. ist das Trio Umiak zu Gast.
Sonstwo
Noch bis zum 3.5. sind der Schlagzeuger Lê Quan Ninh und der Sopransaxophinist Michel Doneda im Rahmen der Reihe Soundtrips NRW unterwegs. Anfang Mai kommen sie Wuppertal, Bochum und Münster
Im Theater Aachen hat am 2.5. die Oper Malina von Karola Obermüller und Peter Gilbert nach dem Roman von Ingeborg Bachmann Premiere. In der Raststätte erwartet uns am 6.5. Synthesizer Jam und die Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen kündigt die Reihe 'Hören und Sprechen über Neue Musik' am 8.5. und aktuellen Jazz am 9.5. und 23.5. an.
Die Bielfelder Cooperativa Neue Musik veranstaltet monatlich einen Jour fixe und in der Zionskirche erklingt jeweils sonntags um 17 Uhr Neue Musik. Außerdem kann man sich vom 22. bis 23.5. dort Eric Saties Vexations hingeben.
Die In Situ Art Society präsentiert im Rahmen der Reihe ‚The Dissonant Series‘ im Bonner Dialograum Kreuzung an St. Helena am 16.5. Tamara Lukasheva mit Rilkevertonungen und am 30.5. das Trio Brom und in der Kunsthalle Hangelar im benachbarten Sankt Augustin begegnen sich am 10.5. Simon Camatta und Emily Wittbrodt.
Am 10.5. ist das Ensemble Horizonte in der Martin-Luther-Kirche in Detmold zu Gast. Die Hochschule für Musik veranstaltet vom 15. bis 17.5. die Tage Alter und Neuer Musik und am 21.5. erklingt Klaviermusik des 20. und 21. Jahrhunderts.
Michael Schultheis veranstaltet in Hagen zwischen dem 3.5. und dem 24.5. eine Konzertreihe für moderne Orgelmusik. Am 15.5. wirkt das Ensemble Crush mit.
Das TAM, Theater am Marienplatz in Krefeld, lädt jeweils freitags um 22 Uhr zum Nachtprogramm ein. Der Kinetikkünstler Willi Reiche und der Klangkünstler Nils Mosh präsentieren ein zweigleisiges Ausstellungsprojekt unter dem Titel Von Höhen und Tiefen. Auftakt ist am 3.5. im Haus für Seidenkultur und am 15.5. im Klärwerk Uerdingen.
In der Musikhochschule Münster ist am 3.5. das Ensemble Consord mit seinem neuen Programm Utopie 1: Garten der Lüste zu erleben und vom 16. bis 20.5. veranstaltet die Gesellschaft für Neue Musik Münster die Klangzeit_Werkstatt. In der Black Box stehen die Soundtrips NRW am 3.5., das Trio Leimgruber/Demierre/Lehn am 17.5. und Turbulences am 31.5. auf dem Programm.
Das Studio für Neue Musik der Universität Siegen veranstaltet am 7.5. ein Orgelkonzert und am 27.5. ein Klavierkonzert.
Das Orchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln hebt am 2.5. in der Historischen Stadthalle Wuppertal ein neues Werk von Tiago Jose Fialho Jesus aus der Taufe. Im ort stehen die Soundtrips NRW am 1.5., SoKo Steidle & Alexander von Schlippenbach am 8.5., das Trio Leimgruber/Demierre/Lehn am 9.5., das Duo Genthon/Marchetti am 17.5. und Kristina Zelenina & Friends am 18.5. auf dem Programm.
Weitere Termine mit improvisierter Musik finden sich bei NRWJazz.
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